Wie Sie eine Stellenanzeige schreiben und damit A-Mitarbeiter finden


Sie kennen das. Sie möchten eine neue Stelle besetzen, finden aber keinen geeigneten Kandidaten. Sie haben den Job schon auf verschiedenen Stellenbörsen veröffentlicht. Das geplante Recruiting-Budget ist aufgebraucht. Und obwohl Ihre Stellenanzeige angeklickt wurde, fehlt trotzdem noch der richtige Bewerber. Die Folge: Der dringend benötigte neue A-Mitarbeiter ist nicht in Sicht.

Stellenanzeige-ausschnitt-kaffee-kochenOptimale Stellenanzeigen zu verfassen gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Recruiting. Die Stellenanzeige entscheidet mit darüber, ob sich künftige C-Mitarbeiter oder A-Mitarbeiter bei Ihnen bewerben. Daher meine Empfehlung: Investieren Sie mehr Zeit darin gute Stellenausschreibung zu verfassen und zu testen. Sie werden sehen, dass sich mehr potentielle A-Mitarbeiter bei Ihnen bewerben werden.

Übrigens: Mein Freund Andreas Nau, Geschäftsführer des Software-Unternehmens easySoft., hat die Stellenanzeigen so lange optimiert, bis es ihm gelungenen ist, die besten IT-Fachkräfte für sein Unternehmen zu finden. Geographisch steht er dabei in Konkurrenz mit den großen Konzernen aus Stuttgart und Umgebung (Daimler, Porsche, Bosch usw.). Hier ein Beispiel seiner optimierten Stellenanzeigen.

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Sie bewerben sich um Ihre Kandidaten

Die Stellenanzeige ist Ihre Bewerbung an den künftigen Mitarbeiter! Im „war for talents“ müssen Sie umdenken: Im Kampf um die besten Talente entscheidet die Attraktivität ihrer Stellenanzeige darüber, ob sich der Kandidat bei Ihnen meldet, oder nur bei anderen Unternehmen.Sehen Sie sich Ihre Stellenanzeige an und versetzen Sie sich in die Position des Bewerbers. Verstehen Sie die Anforderungen? Fühlen Sie sich abgeschreckt oder eingeladen? Fühlen Sie sich durch die Stellenanzeige ernst genommen?

Wenn dies nicht der Fall ist, dann schreiben und testen Sie die Stellenanzeige nochmals neu.

Tipp 1: Anforderungsprofil im neunstufigen Einstellungsprozess
Je genauer und klarer Sie in Stufe 1 des neunstufigen Einstellungsprozess am Anforderungsprofil gearbeitet haben, um so einfacher ist es nun, die Anforderungen klar und deutlich in eine Stellenanzeige zu bringen.

Tipp 2: Reihenfolge der Absätze
Stellen Sie die Vorteile für den Bewerber in den Vordergrund. Ihre Stellenanzeige beginnt also nicht mit den Anforderungen, sondern damit, was Sie dem Bewerber anbieten. Hier sollten Sie die Vorteile herausstellen, die Sie im Vergleich zu anderen Arbeitgebern anbieten. Von kostenfreiem Obst oder Mineralwasser bis hin zur Massage am Arbeitsplatz gibt es hier sehr viele Möglichkeiten. Was mein Unternehmen tempus alles tut, haben wir in den „33 Rosen“ zusammengefasst, die Sie hier herunterladen können.

Tipp 3: Testen Sie die Stellenanzeige im eigenen Haus
Bevor Sie viel Geld ausgeben, um Stellenanzeigen im Praxistest zu testen, können Sie auch erst einmal ein Stimmungsbild im eigenen Unternehmen einholen. Wenn Sie bereits eine A-Mitarbeiter-Kultur haben, dann reicht eine Hausmail an  einige Kollegen, die dafür in Frage kommen mit der Bitte um ehrliches Feedback. Würden die Kollegen sich darauf bewerben? Fühlen sie sich angesprochen? Würden sie die Stellenanzeige auch an Freunde etc. weiterleiten? Wenn Sie das an 5-10 Kollegen weiterleiten, dann geht das noch formlos und per Mail. Bei mehr Mitarbeitern sollten Sie einen genauen Fragenkatalog entwerfen. Und über den Einsatz eines Umfrage-Tools nachdenken, welches die Auswertung erleichtert. In meinem Unternehmen werden für viele Dinge Umfrage im Kollegenkreis und auch bei Kunden gemacht. Wir nutzen dafür zum Beispiel das Umfrage-Tool SurveyMonkey.

Keyword-Optimierung: Damit Ihre Stellenanzeige im Netz gefunden wird

60 % der Stellenanzeigen werden über Google gesucht. Wenn Sie Ihre Stellenanzeige nicht nur in den Portalen verschiedener Stellenbörsen schalten, sondern auch auf die eigene Webseite stellen, dann sollten Sie sich auch über das Thema Suchmaschinen-Optimierung Gedanken machen. Gerade wenn es um Stellen geht, die Sie regelmäßig neu besetzen oder bei denen Sie dauerhaften Personalmangel haben. 

Versetzen Sie sich in die Lage des Kandidaten. Überlegen Sie, welche Suchbegriffe bzw. Keywords der Bewerber in die  Google eingeben wird. Neben den Keywords sind es aber auch die Synonyme, wonach die Interessenten suchen.

Tipp 4: Mein Internetmarketing-Experte hat mir folgenden Tipp gegeben: Mit dem Tool „Google Keyword Planner“ können Sie prüfen, wie oft ein Begriff monatlich gesucht wird.

Das Thema Suchmaschenoptimierung, optimale Gestaltung Ihrer Webseite und insbesondere des Bereichs „Karriere/Jobs“ sprengt den Rahmen dieses Artikels und ist ein eigenes Fachgebiet.

Tipp 5: Testen mit Google Adwords:
Ein Mitglied meines Sprinterclubs hat sich gegen die Suchmaschinenoptimierung entschieden, sondern bewirbt seine Stellenanzeigen auf der eigenen Webseite  über Google Adwords. Als Pflegedienst sucht er kontinuierlich nach A-Mitarbeitern in der Pflege. Bei Adwords stellt er mit wenigen Worten bereits die Besonderheiten dar, wie z. B. ein spezielles Arbeitszeit-Angebot für Mütter. 

Ein Anzeigentitel der überzeugt

Der Anzeigentitel ist in Online-Jobbörsen der wichtigste Bestandteil der Online-Stellenanzeige. Wenn Sie den Anzeigentitel attraktiv und interessant gestalten, dann werden sich mehr Bewerber bei Ihnen melden. Beachten Sie daher folgende Grundregeln bei der Formulierung:

  • Üblicherweise nutzen Bewerber die Stellenmarkt-Stichwortsuche, um geeignete Stellenanzeigen zu finden. Auf den meisten Online-Plattformen werden Treffer im Titel sehr stark gewichtet. Damit Ihre Stellenanzeige unter den ersten Treffern landet, muss der Anzeigentitel so lauten, wie ein Bewerber nach Ihrem Job sucht. Überlegen Sie dabei auch genau, ob Sie ihren Kandidaten eher mit einem deutschen oder einem englischen Job-Titel ansprechen. Im HR-Magazin der Jobbörse Monster fand ich dazu folgende Erkenntnis: „Eine Tätigkeit durch eine wohlklingende Bezeichnung aufzuwerten, funktioniert nur bedingt, wie eine Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) unter 2.400 Jugendlichen zeigt: Nur 18 Prozent der weiblichen und neun Prozent der männlichen Befragten fanden den Sales Manager attraktiver fanden als den Verkaufsleiter.“
  • Verzichten Sie darauf zu viel zu fordern. Ihre Anzeige wird dann weniger angeklickt. Nehmen Sie auch keine spezifischen Kenntnisse oder Wunsch-Voraussetzungen mit in den Anzeigentitel.
  • Neben der genauen Job-Bezeichnung können Sie sich mit speziellen Angeboten von der Konkurrenz abheben. Kürzlich wies mich ein Kunde aus meinem Online-Coaching auf folgenden Titel hin: „Suche Schwangere für Kinderbetreuung"! Außergewöhnlich deshalb, weil sonst kaum jemand Interesse hat, Schwangere einzustellen. Weitere Ideen:
  • Manche Bewerber sind daran interessiert an einem außergewöhnlichen Produkt oder Projekt zu arbeiten. (Beispiel: „Begeisterte Entwickler für E-Mobilität gesucht“)
  • Manche suchen speziell nach einem Team, in dem sie sich wohlfühlen.

Kopfzeile mit einem Unternehmenslogo

Hier machen Sie bereits einen guten Eindruck. Setzen Sie passend zur ausgeschriebenen Stelle ein optisch ansprechendes Bild ein. Dieses zieht die Aufmerksamkeit des Bewerbers auf Ihre Anzeige. Verwenden Sie hier Ihr Unternehmenslogo oder ein sonstiges Bild.

Leistungen des Unternehmens

Jetzt ist die Zeit gekommen es dem Bewerber richtig schmackhaft zu machen. Was bieten Sie dem neuen Mitarbeiter an? Beispiele wie

  • Dienstwagen
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Karrierechancen
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Attraktive Vergütung

sind häufig inzwischen schon Standard. Gehen Sie einen Schritt weiter. Wie wir das machen finden Sie in unseren 33 Rosen, die Sie kostenfrei herunterladen können.

Kurzinformation zu Ihrem Unternehmen

Stellen Sie hier Ihr Unternehmen in wenigen Sätzen dar. Wichtige Informationen sind folgende:

  • Branche und Art der Firma
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Standorte
  • Jahresumsatz
  • Erfolge
  • Unternehmenskultur

Beispiel:Als Unternehmen in der Filmbranche zeichnet sich unser Unternehmen durch flache Hierarchien und effiziente Arbeitsprozesse aus. Uns liegt die professionelle und persönliche Weiterentwicklung unserer 50 Mitarbeiter in Berlin, Stuttgart und Paris am Herzen“.

Fakten zur ausgeschriebenen Stelle

Nennen Sie nun die wichtigsten Daten zur besetzenden Stelle. Dazu gehören folgende Fakten:

  • Eintrittsdatum
  • Standort
  • Bezeichnung der Stelle
  • Art der Einstellung

Beispiel: Wir suchen zum 01.05.2017 einen Projektleiter (m/w) für unsere Filiale in Berlin“.

 

Aufgabenbereiche

In diesem Abschnitt beschreiben Sie, wie sich die Tätigkeit der ausgeschriebenen Stelle zusammensetzt. Gehen Sie auch darauf ein, welche besonderen Verantwortungsbereiche und Befugnisse der potentielle Mitarbeiter haben wird. Wenn für die Stelle besondere Arbeitsbedingungen gelten, so sind diese ebenfalls in die Stellenanzeige rein zu machen.

Anforderungen an den Bewerber

Hier wird gesagt, was der zukünftige Mitarbeiter mitbringen muss. Es empfiehlt sich hier die Faktoren nach „Muss“ und „Kann“ zu unterteilen. Die „Muss“-Kriterien sind für den Job unbedingt notwendig. Die „Kann“-Kriterien sind wünschenswert für den Job. Wichtige „Muss- „und „Kann“-Faktoren sind folgende:

  • Bildungsabschluss
  • Berufliche Erfahrung
  • Fachliche Kompetenzen
  • Zusatzqualifikationen
  • Sprachkenntnisse

Beispiel: „Unser neuer Mitarbeiter besitzt ein abgeschlossenes Studium im Medienbereich. Er bringt erste Erfahrungen in der Fernsehbranche mit. Mit dem Umgang von Adobe Photshop ist er vertraut. Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch sind wünschenswert“.

 Kontakt und Bewerbungsprozess

Hier kommt eine Aufforderung an den Bewerber rein aktiv zu werden. Zudem  sollte hier stehen:

  • Ansprechpartner
  • Kontaktmöglichkeiten
  • Gewünschte Bewerbungsweise
  • Zusätzliche Angaben für die Bewerbung (Arbeitsproben, Gehaltsvorstellung, Einstiegstermin)

Checkliste:

Wir haben eine hilfreiche  Checkliste für „die perfekte Stellenanzeige“ zusammengestellt. In dieser finden Sie auch Beispiele für erfolgreiche Stellenanzeigen. Übrigens auch eine von meinem Freund Andreas Nau und seinem Unternehmen easysoft. Hier können Sie die Checklisten gratis herunterladen.

Hilfreiche Materialien zur Umsetzung:

  • Gratis-Download: Die 33 Rosen – Was wir alles bieten, um die besten Mitarbeiter zu finden und zu binden. Jetzt herunterladen!
  • Gratis-Hörbuch: Die besten Mitarbeiter finden und halten (siehe blauer Kasten rechts oben).
  • Gratis-Download: Checkliste: „Die perfekte Stellenanzeige“

 


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31. Mai 2017 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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