Die Zukunftsformel: 0,5 x 2 x 3


Dass die Unternehmenswelt der Zukunft große Chancen bereithält ist jedem klar. Genauso wird sie wahrscheinlich auch eine unangenehme Seite mitbringen. Für diese Seite hat der bekannte Hamburger Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski die einfache Formel „0,5 x 2 x 3“ geprägt. „0,5“ bedeutet, dass nur noch die Hälfte der heutigen Arbeitnehmer zukünftig vermittelbar sein wird. Die andere Hälfte sind Menschen, die die komplizierten Abläufe, Normungen, Sicherheitsvorschriften usw. nicht mehr verstehen und deshalb auch nicht mehr wirklich bewältigen können. Es sind Menschen, die keinen Schulabschluss haben, ihre Probleme mit Alkohol oder Drogen lösen oder sich aus anderen Gründen einfach abmelden. Die „2“ in der Formel bedeutet: Diejenigen, die einen Arbeitsplatz haben, werden das Doppelte verdienen wie heute. Dummerweise müssen sie dafür aber dreimal so viel arbeiten. Das bedeutet die „3“. Die sozialen Probleme, die aus dieser Situation resultieren, werden wir lösen müssen. Aufhalten lässt sich die Entwicklung wahrscheinlich nicht mehr.

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09. Mai 2013 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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8 Antworten zu “Die Zukunftsformel: 0,5 x 2 x 3”

  1. Sehr geehrter Herr Knoblauch,
    ein paar Gedankensplitter von mir zu ihrem Beitrag. Auf den ersten Blick klingt die Formel vielleicht plausibel. Es gibt aus meiner Sicht aber ein paar Anfragen. Bei der 0,5 schreiben Sie, dass sich die zweite Hälfte der Leute aus mangelnder Schulbildung, Drogenkonsum oder anderen Gründen abmelden. Dabei wird das System, das sie vielleicht zum aufgeben gezwungen hat, nicht in Frage gestellt, sondern der Wille, bzw. die Fähigkeit der Menschen. Müssen wir den sozialen Problemen begegnen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben und so nur reagieren? Ist es nicht auch einen Gedanken wert, die unternehmerische Vorgabe, dass sich alles dem Unternehmen anzupassen hat, zu hinterfragen? Wäre es aus der Sicht, dass sich diese Entwicklung nicht aufhalten ließe, einen Gedanken wert, über das System nachzudenken und nicht nur zu versuchen, den Menschen an das System anzupassen? Man käme dann vielleicht auch aus der Opferrolle heraus, die man aus Ihrem letzten Satz herauslesen könnte.Ein zweites noch. In der Rechnung ist ein grundsätzliches mathematisches Problem. Bei einer Arbeitszeit von heute 8 Stunden, die bei vielen auch nur auf dem Vertrag steht und mit der wirklichen Arbeitszeit manchmal nur wenig zu tun hat, wird es schwierig 3x soviel zu arbeiten.
    Freundlich grüßt
    Harald K.

  2. Ob das stimmt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Staaten finden werden, die in der Lage sind, der Wirtschaft die erforderlichen Steuern und Abgaben abzupressen, um die sozialen Folgekosten einer solchen „0,5 x 2 x 3“-Entwicklung finanzieren zu können.

    Auch wird sich eine ausgepresste und in Rage geratene Bevölkerung nach Jahren und (vielleicht) Jahrzehnten wirtschaftsliberaler Verirrungen vielleicht daran erinnern, dass Stricke zu mehr taugen, als zum Festzurren von Lasten. Und das auch Bäume und Laternenpfähle mehr als nur Schatten oder Licht spenden können …

    Europa ist in den letzten 12 Monaten deutlich rebellischer und widerständiger geworden (gerade bekommt das Erdogan in der Türkei zu spüren), obwohl die wirklichen Probleme noch gar nicht angefangen haben und bis jetzt auch noch kein Angehöriger der Wirtschafts- und Politelite für seiner Taten der Vergangenheit zur Rechenschaft gezogen wurde.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltarbeitsmarktbericht-der-ilo-uno-warnt-vor-sozialen-unruhen-a-903442.html

  3. Wer trägt eine Gesellschaft? – Wirklich nur die Menschen mit elitären Aufgaben? – Oder auch die, die bei Arbeitgebern wie Amazon und anderen Logistikern für geringe Löhne arbeiten und dafür sorgen, dass jede Bestellung über Nacht an die Wohnungstür gebracht wird und selbst Hartz-4-Aufstocker bleiben. Und diejenigen, die Kranke und Alte pflegen und versorgen, Haare schneiden , sonntags in der Gastronomie kochen und bedienen oder andere, won der Elite wenig honorierte Aufgaben wahrnehmen? – Die Gesellschaft bleibt nur intakt, wenn wir alle wertschätzen, nicht nur die sich selbst gern als A-Leute sehen. Bleiben wir also lieber fair und geben allen eine Chance, dann ist auch die hier propagierte Zukunftsformel nur ein Denkanstoß – kein unabwendbares Gesellschaftsmodell.

  4. Profit für alle
    Damit meine ich auch, dass jede und jeder ein bisschen mehr in der Hand hätte zu tun, als bloss Forderungen zu stellen. Wir haben im sogenannten Sozialstaat gelernt, dass die sogenannte Solidarität spielt. Dabei haben wir aber vielleicht vergessen, dass Solidarität einmal eine Tat war und keine Banküberweisung mit schlechtem Gewissen oder eine Forderung. Wir haben die Freiheit etwas zu tun. Jede und jeder hat Fähigkeiten – sie zu nutzen – liegt in der Verantwortung von uns. Sie bei Kindern und Jugendlichen zu fördern ist eine Aufgabe der „Alten“. Darum meine ich, wie auch immer die Formel dereinst aussehen wird – die Lösung liegt bei mir selbst und heisst zuerst Selbstverantwortung – dann Mit-Verantwortung. Greifen und Festhalten kann ich seit Geburt, loslassen und geben/teilen muss ich lernen. Profit für alle fängt bei mir an weil ich mich als Teil dieser Formel verstehe; also auch als Teil der Lösung.

    Hubert Hürlimann, Grabs Schweiz

  5. Persönliche Gedankenfragmente dazu:
    Die Formel von Herrn Opaschowski ist meiner Meinung nach untertrieben. Der Rückgang der Bevölkerungszahl wird diesen Effekt noch verstärken.

    Der Wert einer persönlichen Arbeitskraft
    ist das Gold der Zukunft. Menschen werden sich fragen:
    „Wozu will ich meine Lebenskraft nutzen?“

    Verantwortliches Leben als Grundsatzentscheidung.
    Herauskommen aus dem egozentrischen Weltbild in allen Lebensbereichen. „Die Welt, das bin ich. Alles was geschieht, ist wegen mir und für mich da.“ – das ist eine Haltung, die entwicklungspsychologisch in die „Kleinkindphase“ fällt.

  6. Harald K,
    finde Deinen Kommentar gut. Die Wirtschaft wird sich anstrengen müssen auch in Zukunft Menschen zu finden, die für sie die Arbeit leisten (Bevölkerungspyramide). Und dass 50 Prozent sich verweigern und kiffen – das ist wohl Blödsinn. In welcher Welt leben Sie Herr Knobloch??
    Elitär, abgehoben, ohne Bodenhaftung?
    Ich empfehle Ihnen das Buch „Max der Spielvogel“ – eine Fabel die den Dingen auf den Grund geht. Das Denken jedoch bleibt dem Leser selbst vorbehalten.

  7. at dalesar und harald k

    hmm warum die Frage wie mann das dreifache Arbeiten kann? Ist doch einfach nine to five, war eine Art, ja KUNST. Doch in dieser Zeitspanne wird ein grosser Teil der Zeit NICHT produktiv verwendet (heute noch legal als socialmedia etc.)

    Und wenn die Zukunft und der sind wir schön näher als vielen lieb ist, dich im Griff hat, dass Du dich während der Arbeitszeit gar nicht getraust ein privates email zu senden. Oder länger als nötig auf der Toilette sitzen bleibst. Dann stimmt es schon, dass das dreifache möglich ist. Die einen werden dies freiwillig machen die andern gehören zu den 0,5 und das in einer demokratie. Der Speed der Druck des wirtschaflichen Erfolges und dann der Erfolg der sich einstellt, zieht und stösst uns in dieser freien Marktwirtschaft.

    Dieses „Effizients getrimmte Sinnen“, hat uns bis heute dahin gebracht wo wir sind. Nur wird dies unaufhaltsam weiter gehen. Sinn oder Unsinn, kann nur ein Sinneswandel herbei führen und das global, weil wir ja schon global denken und handeln. Ob mit oder ohne Religion, es wird beides sehr schwierig sein. Und vermutlich am schwierigsten mit beidem, dafür machbar.

    Die sogenannte Elite oder A-Tiere die Ihr hier genannt habt, werden wie viele schon HEUTE, das dreifache Arbeiten und sind pre occupied. („beständig besetzt, am arbeiten in Gedanken auch ausserhalb des schreibtisches) Sehr oft begleitet von Beziehungsbrüchen etc unfähig für Familie etc.

    Daher noch der Nachtrag zur Formel:
    das 0,5 füllt sie kontunierlich auch aus der Seite der Elite und überlasteten Alphatierchen. Burn out lässt grüssen. Aus Managern die sich hochgestrampelt haben und einen Job ausführen der nicht Ihren Fähigkeiten entspricht.

    Etwas weiter in die Zukunft geschaut:
    Arbeit wird knapper, dem ist so, und wer Geld/Resourcen hat kann dann für „Arbeit“ bezahlen. Überleg mal? Das machen viele auch heute schon! Viele bezahlen für Tätigkeiten um sich die Zeit zu vertreiben!?! Aähmm pardon, heisst heute Freizeit. Doch vielleicht bezahl ich oder meine KindesKinder dem Nachbar der noch Unkraut im Garten hat, dass ich dem das ausreissen darf, damit ich mich Sinnvoll beschäftigen kann ohne Gesetzeswidrig mich zu verhalten. Denn das fegen der Strasse könnte dann ev. strafbar sein, da dies Millionen tun wollen. All die Reglemente und Gesetzte die stetig wachsen machen uns in der freien Demokratie wirklich freier? Wie kann man dem Aufstand der Bevölkerung gerecht werden? Bin mir Gewiss, dass dies schon lange in Elitären Regierungen als Dossier vorhanden ist. „Sorry das Geplänkel von dem Arabischen Frühling etc. ist ein Hype der kommt und geht. Sollte es extremer werden mischen sich die anderen Staaten ein. Und wieder sind wir bei Reglementen und Kontrolle. Danke fürs lesen uns sinnieren, grüsse aus der Schweiz

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