Stellenanzeigen die niemand versteht


Kürzlich fiel mir eine Stellenanzeige in der Magdeburger Volksstimme in die Hände. Ich habe die Anzeige überflogen und konnte aber nicht entschlüsseln, was dieses Unternehmen macht. Da stand: „Unsere Expertise im Workout von Non-Performing Loans sowie Corporate Restructuring/Liquidation und Real Estate Transactions haben wir bereits weltweit unter Beweis gestellt. Das Real Estate Team betreut bundesweit mehrere tausend Wohn- und Gewerbeimmobilien im Wert von mehreren Milliarden EUR.“

Man macht in Finanzen und Immobilien, soviel steht fest. Es riecht nach Geld. Nach ganz viel Geld. Nach unvorstellbar viel Geld. Es könnte sich aber auch um einen Hausmeister-Service handeln. Oder welche Idee haben Sie?

Ist das der neue Trend, eine Stellenanzeige für Normalsterbliche unleserlich zu gestalten? Google ist eines der Unternehmen, von dem man behaupten kann, dass sie diese Taktik beherrschen. 2004 hing dieses Werbeplakat in Kalifornien. Gesucht wurde die exponential passende 10-stellige Primzahl zur mathematischen Konstante „e“. Und mit ihr ein guter Programmierer. Die Lösung der Aufgabe führte auf eine Internet-Seite, von dort gings zur nächsten Aufgabe. Die Besten qualifizierten sich am Ende für ein Bewerbungsgespräch. Herrlich. Gute Werbe- und Personalabteilungen arbeiten Hand in Hand.


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09. September 2010 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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2 Antworten zu “Stellenanzeigen die niemand versteht”

  1. Das ist das Problem vieler KMU – sie machen im Grunde nichts wirklich Erwähnenswertes. Die Chefs sind Durchschnitt, die Arbeitsinhalte austauschbar, die Arbeitsbedingungen orientieren sich an gesetzlichen Mindeststandards, Aufstiegschancen hat nur der Kaminkehrer bei der jährlichen Inspektion auf dem Dach.

    Unternehmen für Leute, die einfach irgendeinen Job brauchen, um von der Arbeit zu leben.

    Da muss eine Stellenanzeige schon entsprechend „aufgepumpt“ werden, um zumindest Irrläufer an Bewerbungen zu generieren, deren Absender die Stelle wahrscheinlich falsch eingeschätzt haben.

    Denn A’s und B’s werden sich da nur versehentlich hinverirren und bestimmt nicht lange bleiben. Und für kostspielige Personalberatung und -vermittlung reicht das bisschen Geld in der Firmenkasse meist nicht aus.

  2. Ein nicht seltenes Mißverständnis: ist etwas kompliziert, oder wirkt es zumindest so, muss es wichtig sein.

    Ich mache andere gute Erfahrungen: kriegt man komplexe Dinge einfach hin, werden sie immer besser.

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