Bald 8 Mio. Arbeitslose?


Seit die „Personalfalle“ als Finalist beim „Trainerbuch des Jahres“ und auf der Frankfurter Buchmesse als eines der Top 5 Wirtschaftsbücher geehrt wurde, geht die Auseinandersetzung im Internet hoch her. Ein Leser zum Beispiel schreibt: „Jack Welch war ein Gentleman: Bei ihm gab es A-, B- und C-Mitarbeiter, und die B’s waren fähige und akzeptable Mitarbeiter, die für einen Betrieb eine große Wichtigkeit haben. Knoblauch dagegen will die B’s feuern, und wenn man ihn nur gewähren ließe, dann wäre er letztlich für 8 Mio. Arbeitslose verantwortlich. Andere Leser melden sich jetzt zu Wort, die das Ganze gleich volkswirtschaftlich deuten und auch mit Zahlen begründen, warum diesem Land die letzte Stunde geschlagen hat.

Wenn ich so etwas lese, bin ich hin und hergerissen. Natürlich lese ich, was unser Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagt: Der deutsche Arbeitsmarkt sei bereits „auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung“. Ich lese aber auch, dass der von mir sehr geschätzte Chef der Bundesagentur für Arbeit, Weise, kommentiert: „Auf dieser Schnellstraße sollte Herr Brüderle vorsichtig fahren.“ Dann spricht er von den zahlreichen Risiken. Wobei das höchste Risiko nicht die hohe Verschuldung der EU-Staaten ist, sondern das höchste Risiko ist natürlich, dass in einer zunehmend serviceorientierten Gesellschaft der Druck zunimmt. Ein B-Mitarbeiter als Briefträger darf ruhig ein bisschen langsamer sein. Ein B-Mitarbeiter als Gabelstaplerfahrer darf schon auch mal Dienst nach Vorschrift machen und auch einer Putzfrau mag man manches nachsehen. Ein Land jedoch, das sich durch Innovation, Serviceorientierung und Schnelligkeit behaupten muss, sucht gezielt A-Mitarbeiter, und der Kampf um diese Menschen ist voll entbrannt.


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25. November 2010 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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