Das Geheimnis ist gelüftet: Gallup veröffentlicht die neuesten ABC-Zahlen


Vor einigen Wochen wurde in Berlin das Geheimnis der neuen Gallup-Studie gelüftet:
Die Zahl der A-Mitarbeiter ist von 11 auf 13 Prozent angestiegen. Die Zahl der Bs blieb konstant und die Zahl der Cs ist von 23 auf 21 Prozent gesunken.Ich habe bei der Pressekonferenz noch einmal nachgefragt, ob dies ein gutes Zeichen sei. Immerhin wäre das ja eine Steigerung um knapp 20 Prozent. Nun, die Statistiker sind sich da nicht so ganz sicher. Bei 2.000 befragten Arbeitnehmern über 18 Jahre sind solche Unterschiede wohl noch nicht signifikant.

Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung ab 18 Jahren hätten gut 7 Mio. Menschen (21 Prozent) keine emotionale Bindung an ihren Arbeitsplatz, sind also C-Mitarbeiter. Diese Beschäftigten verhalten sich destruktiv, was zu Lasten der Leistung und der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens geht. Es sind 3-stellige Milliardenbeträge, die allein durch erhöhte Krankheitstage, fehlende Verbesserungsvorschläge usw. entstehen.

Was ich besonders spannend fand: 21 Prozent C-Mitarbeiter sagen ja noch nichts über deren regionale Verteilung. Die ist allerdings gravierend.

In Baden-Württemberg und Bayern gibt es 17 Prozent C-Mitarbeiter (das ist die niedrigste Rate). In den Ländern des Ostens (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) sind es dagegen 26 Prozent. Dies ist die höchste Zahl. Wenn man weiß, dass ein C-Mitarbeiter nicht neutral ist, sondern einer Organisation regelrecht Kraft entzieht, indem er deren Kultur mit Füßen tritt, innerlich gekündigt hat usw., wird man bei diesem Unterschied sehr nachdenklichGallup-Studie


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02. Juni 2011 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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3 Antworten zu “Das Geheimnis ist gelüftet: Gallup veröffentlicht die neuesten ABC-Zahlen”

  1. Schaut man sich die Wirtschaftskraft, Arbeitslosenzahlen etc. an, dann ist es sehr spannend, dass in den Ländern, die hier gut da stehen, auch die Rate der C-Mitarbeiter am geringsten ist.
    Logische Korrelation oder Zufall? Was denken Sie?

  2. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich die andere Seite anzuschauen: die Führungskräfte. Die Führungskräfte in den schwächeren Gebieten besuchen Schwerpunktmäßig kaufmännische und juristische Weiterbildungen. So gut wie überhaupt nicht werden Seminare zur Mitarbeitermotivation, Rhetorik oder Körpersprache gebucht. Das heißt, dass für den zwischenmenschlichen Bereich nicht sehr viel getan wird. Auch die Führungskraft und ihr Auftreten können Motivation zerstören oder entfachen.

  3. Ich halte die Korrelation für sehr logisch. Nach wie vor verlassen gerade gut qualifizierte und eben auch motivierte Fachkräfte die ostdeutschen Bundesländer. Wer gut qualifiziert und engagiert ist und dennoch bleibt, tut dies nicht nur aus Idealismus, sondern häufig auch wegen familiärer Bindungen und dergleichen. In diesem Fall aber ist der Arbeitnehmer mitunter unzufrieden mit seinem Job, weil er weiß, dass er anderswo eine bessere Position, ein höheres Einkommen usw. bekommen könnte. Zudem spielt sicher auch die Zusammensetzung der Zahl der Arbeitsplätze eine Rolle. In Regionen mit einem höheren Anteil an Beschäftigten in fragwürdigen Callcentern, in Lohndumpingunternehmen usw. ist es, denke ich, recht logisch, dass dort eine höhere Unzufriedenheit herrscht.

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