Wer Mitarbeiter in A, B und C einteilt, muss krank sein!


Der kritische Kommentar eines Lesers: „In der Materialwirtschaft und Lagerhaltung gibt es A-, B- und C-Teile. Diese Systematik nun auf Mitarbeiter zu übertragen ist doch nun reichlich gewagt. Welche Kultur prägt wohl ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter so klassifiziert? Möchte ich in einem solchen Unternehmen arbeiten? Meine Antwort lautet: Nein!“

Ich gebe gerne zu, dass Sie von einem christlichen Unternehmer etwas anderes erwartet haben. Interessanterweise gibt es selbst in der Bibel Rückendeckung für harte Personalentscheidungen. Denken Sie nur an das Beispiel vom Feigenbaum (Lukas 13,6-9). Ein Feigenbaum hatte über mehrere Jahre keine Frucht getragen, daraufhin fordert Jesus, der Eigentümer, von seinem Gärtner, ziemlich unbarmherzig: Hau ihn ab!Der Gärtner bittet um 1 Jahr Karenzfrist und Gnade.

Wir können uns aber gerne auch einmal in die Situation eines Mitarbeiters hineinversetzen, wie der ABC findet. Nehmen wir einmal an, wir haben einen motivierten Mitarbeiter, der sein Unternehmen liebt und jeden Tag alles dafür gibt, dass seine Arbeit erfolgreich ist. In seinem Team allerdings sind nur Minderleister (C-Mitarbeiter), deren Fehler er ständig ausbügeln muss. Beim Kunden muss er Fehler seiner Kollegen entschuldigen. Der gerade so mühsam gewonnene Großauftrag wird im letzten Moment doch nicht gewonnen, weil der Minderleister-Kollege mal wieder den gleichen Fehler zum 100ten Mal gemacht hat.

Möchten Sie in einem solchen Unternehmen arbeiten? Nein, Sie werden die C-Mitarbeiter- Kultur verlassen wollen und sich ein Unternehmen suchen, in dem eine A-Mitarbeiter-Kultur vorhanden ist. Das ist ähnlich wie im Sport, wo Sie lieber in einer Mannschaft mitspielen, die Tore schießt und auf dem Siegerpodest steht.

Übrigens, zu dieser Thematik habe ich im Buch „Die Personalfalle“ ein interessantes Beispiel aus der Praxis, wie ein Mittelständler seinen letzten A-Mitarbeiter an die Konkurrenz verliert.


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16. Dezember 2010 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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Eine Antwort zu “Wer Mitarbeiter in A, B und C einteilt, muss krank sein!”

  1. Sehr geehrter Prof. Knoblauch,

    mit Ihrem Post bestätigen Sie nur die zitierte Aussage. Die angebliche Rückendeckung werden Sie im Neuen Testament wohl kaum finden.

    Sie setzen Jesus einfach mit dem Eigentümer des Weinberges gleich. Davon steht nichts in dem Gleichnis.

    Vielleicht ist ja Jesus der Weingärtner, der noch eine Gnadenfrist für den Feigenbaum fordert?

    Das würde dann ja auch wohl eher zu einem christlichen Menschenbild passen …

    Mit freundlichen Grüßen
    Christian Schuhmacher

    P.S. Wenn man sich mit dem Gleichnis und den Interpretationen auseinandersetzt, wird man feststellen, dass Ihre – um das vorsichtig auszudrücken – doch recht gewagt ist.

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