Was Unternehmer und Personaler von der Fernsehsendung „Undercover Boss“ lernen können


Kennen Sie die Sendung „Undercover Boss“? Seit 2011 läuft diese Sendung bei RTL. Die Idee: Chefs von Unternehmen arbeiten verdeckt („undercover“) als Praktikanten oder Hilfsarbeiter eine Woche in der eigenen Firma mit, um eine unverfälschte Sicht auf die Arbeitsabläufe im Unternehmen zu erhalten. Hierfür wurden die Bosse auch optisch (Bart, Perücke, Kleidung etc.) für ihre Position vorbereitet. Ein Beispiel: Der Deutschland-Chef der Hotelkette „BestWestern“ arbeitete in der Küche und im Zimmerservice mit. Das Toiletten putzen gehörte natürlich auch dazu.

Nachdem der Boss undercover im Unternehmen war, kehrte er ein halbes Jahr nach dem Drehtag nochmals zu seinem Vorarbeiter zurück um ein gemeinsames Fazit zu ziehen. Was für Sie als Chef oder Personaler hierbei spannend ist:

1) Ausnahmslos alle gezeigten Mitarbeiter in dieser „Fazit-Sendung“ waren A-Mitarbeiter. Es ist also Teil des Sendungskonzepts, A-Mitarbeiter herauszustellen und ihnen eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Die Dixi-Klofrau, die auf dem Weihnachtsmarkt die Toiletten reinigt und von den Besuchern das Geld kassiert, verteilt inzwischen Autogrammkarten wie ein Star.

2) Der Deutschlandchef der Hotelkette „BestWestern“ hat nach seiner Mitarbeit beim Zwiebeln schneiden und Klo putzen erkannt, wie wichtig engagierte Mitarbeiter (A-Mitarbeiter) sind und überträgt dies nun auf das gesamte Unternehmen. Das Engagement seiner Zimmerreinigungs-Mitarbeiterinnen fasste er in einem Satz zusammen: Sie putzen nicht nur, sie sorgen dafür, dass der nächste Gast sich wohlfühlt.

3) Einige Chefs konnten durch die Sendung wahre Talente erkennen. Der Chef von Pit-Stop zum Beispiel, lernte, welches besondere Talent man benötigt, um Dellen zu entfernen. Der Mitarbeiter, der ihn dabei betreute, war ein so guter Talentsucher für diese Tätigkeit, dass er anschließend bundesweit für die Rekrutierung dieser Fachkräfte zuständig wurde.

Wie stellen Sie sicher, dass Sie wissen, was an der Basis läuft?

 


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05. September 2013 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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Eine Antwort zu “Was Unternehmer und Personaler von der Fernsehsendung „Undercover Boss“ lernen können”

  1. Klasse, dass Sie das Thema „Undercover Boss“ auf diese Weise aufgegriffen haben. In der Tat KÖNNTEN viele Chefs aus dem Format eine Menge lernen.

    Schade nur, dass es tatsächlich ein gescriptetes Format ist, wo gezielt Hoffnungsträger in Unternehmen als „Mitarbeiter“ ausgewählt werden, die immer auch ein besonderes Bild/ eine spezielle Geschichte zeigen. Doch über Otto-Normalbürger gäbe es vermutlich zu wenig zu berichten, was Zuschauer in Zeiten von Trash-TV noch hinter dem Ofen vorlockt.

    Fakt ist, dass JEDER Chef von einem solchen Austausch profitieren würde – denn er bringt ihm die Wertschätzung für die einfachen Aufgaben zurück. Zudem lernt er die Menschen hinter der Arbeit kennen und auch Teile von deren Lebensgeschichte. Das nötigt ihm in vielen Fällen Respekt ab. Genau dieser fehlt in unserer Gesellschaft an allen Ecken und Enden: Achtsamkeit, zuhören und verstehen wollen, im Notfall auch mal selbst zupacken können und insgesamt: Zu wissen, wovon ich rede.

    Der Austausch der Position führt zu einem anderen Blickwinkel und damit zu einem Plus an Verständnis. Genau deswegen ist klare Kommunikation in unserer Gesellschaft wichtiger denn je. Damit wir wieder miteinander statt übereinander reden. Damit Entscheidungen am grünen Tisch keine „Betroffenen“ machen, sondern damit aus Betroffenen „Beteiligte“ werden.

    Wenn wir das hinbekommen, dann wird Deutschland weltweit zu Recht glänzen können. Denn eine gut funktionierende Gesellschaft, die Informationen teilt, statt Herrschaftswissen anzusammeln und in der Chefs ihren Mitarbeitern optimale Voraussetzungen schaffen, ist unsere Zukunft. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.

    Der Mineralölkonzern Aral schickte übrigens einige Jahre alle Führungskräfte jährlich einmal für eine Woche an die Front (= Tankstelle) und auch die Postbank lässt ihre Führungskräfte immer einmal jährlich Filialluft schnuppern. Das erweitert den Blick und lässt die Nöte an der Schnittstelle zum Kunden sichtbar werden…

    Mit wertschätzendem Gruß
    Bettina Schöbitz
    – Respektspezialistin –

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