Der Mitarbeiter im Mittelpunkt? – Arbeitskollegen als Ersatzfamilie im Silicon Valley


Was bedeutet Silicon Valley für Sie?
Wenn ich die Worte Silicon Valley höre, dann denke ich als Erstes an Internet und Facebook – geht es Ihnen ähnlich? Dabei ist das Silicon Valley viel mehr als nur der Heimatort von Google, Tesla, Facebook und Co. Es ist die Brutstätte vieler Tools, die heute wie selbstverständlich zu unserem Alltag gehören. Ganz am Anfang stehen da natürlich Plattformen wie Facebook und Google, aber auch PayPal, der sichere Bezahlservice oder der Taxiservice Uber wurden im Silicon Valley geboren. Nun lautet die Überschrift dieses Blogbeitrags „Der Mitarbeiter im Mittelpunkt? – Arbeitskollegen als Ersatzfamilie im Silicon Valley“. Spontan denken die meisten von uns wahrscheinlich bei den Stichworten „Mitarbeiter“ und „Silicon Valley“ an eine Gruppe introvertierter Informatiker mit ‚Nerd‘-Brille, Hemd und lichtem Haaransatz, die stillschweigend nebeneinander sitzen und die nächste technische Sensation programmieren. Nachdem ich nun schon einige Male im Silicon Valley unterwegs war kann ich Ihnen verraten: ja, es gibt sie, aber nein, bei weitem nicht alle Mitarbeiter der Firmen im Silicon Valley sind so. Dennoch, der Begriff Silicon Valley steht für Arbeit, viel Arbeit und folglich wenig Privatleben, geschweige denn private Beziehungen.

Wir verbringen 8 Jahre unseres Lebens auf der Arbeit
Erst kürzlich wurde eine 75 Jahre andauernde Forschungsarbeit der Harvard-Universität veröffentlicht, die dem Beziehungsverhalten des Menschen auf den Grund gegangen ist und bestätigt hat, dass Privatleben, insbesondere im Hinblick auf persönliche zwischenmenschliche Beziehungen, sehr wichtig ist für Glück und Gesundheit des Menschen. Auch wenn private Beziehungen mit Familie, Partner(in) und Freunden den Großteil unseres Alltags ausmachen, bestimmen sie keinesfalls unser gesamtes Leben, ganz im Gegenteil. Im Januar hatte das Wissenschaftsmagazin P.M. eine Zusammenfassung verschiedener Statistiken herausgebracht, die unter anderem herausgefunden haben sollen, dass Deutsche bei einem Durchschnittsalter von 80 Jahren, bis zu acht Jahre ihres Lebens auf der Arbeit verbringen. Im Vergleich dazu spielen wir in unserem Leben aber nur bescheidene neun Monate mit unseren Kindern. Das sind 2.920 Tage, 70.080 Stunden – und die Tendenz ist definitiv steigend. Der Mensch verbringt immer mehr Zeit auf der Arbeit. Der Arbeitsplatz wird immer mehr zur „Heimat“ und die Kollegen damit immer mehr zu einer Art Ersatzfamilie. Der Mitarbeiter ist für eine Firma essenziell und maßgeblich entscheidend für deren Erfolg. Als wichtigste Ressource steht auch der Mitarbeiter ganz oben auf der Liste bei unseren Beratungsterminen und Strategietagen. Gerade weil ein Mitarbeiter so viel Zeit seines Lebens auf der Arbeit verbringt gilt, ihm diese Zeit so angenehm wie möglich zu machen, um langfristig ein gutes Arbeitsklima zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schaffen.

Die Arbeitskollegen als Ersatzfamilie im Silicon Valley
Vor kurzem kehrte ich von einer zweiwöchigen Reise aus dem Silicon Valley – „dem Ort der Arbeit“ – zurück. Mit zwei Gruppen waren wir von tempus dort unterwegs um einen Eindruck von der Arbeitsweise in Firmengrößen wie Facebook, Tesla und Google zu erhalten und natürlich auch vom Leben der Mitarbeiter im Silicon Valley. Es lässt sich mit großer Sicherheit behaupten, dass nirgendwo sonst die Trennung von Beruflichem und Privatem so wenig vorhanden ist wie dort. Die Menschen im Silicon Valley leben für ihre Arbeit und den beruflichen Erfolg. Die Kollegen sind oftmals zur Ersatzfamilie geworden in den stundenlangen Meetings, Workshops, Tagungen und Kongressen die nicht selten bis in die Nacht dauern. Damit dieses dauerhafte „Aufeinandersitzen“ langfristig nicht zu Streitereien und Unmut unter den Kollegen führt, haben sich die kalifornischen Firmenchefs einiges einfallen lassen, um ihre Mitarbeiter bei Laune, und das Team zusammenzuhalten.

Bei Google kümmert sich der Chef persönlich
Teambuilding beginnt schon während des Bewerbungsprozesses. Im Buch „Das Geheimnis der Champions“, welches mein Kollege Benjamin Kuttler und ich gemeinsam geschrieben haben, haben wir uns mit einigen der Top-Konzerne aus dem Silicon Valley beschäftigt und erstaunliches über deren Bewerbungsprozesse herausgefunden. Larry Page zum Beispiel, Chef von Google, kümmert sich höchstpersönlich um das Recruiting neuer Mitarbeiter und lässt sich dafür teilweise Monate Zeit um die besten Kandidaten aus den zahlreichen täglich eingehenden Bewerbungen herauszufiltern. Am Ende ist entscheidend wer persönlich und charakterlich in das Team passt – auf den Menschen kommt es an. Es zählen nicht die Noten sondern Kreativität, Können und Einsatzbereitschaft. Page sucht nicht nur nach neuen Mitarbeitern, er sucht nach neuen Mitgliedern für die Google-Familie. Im Jahr 2016 waren das weltweit immerhin 72.053. Zum Vergleich, Konkurrent Yahoo hatte zur gleichen Zeit etwa 8.500 Mitarbeiter weltweit beschäftigt.

Zappos (das amerikanische Zalando) stellt die richtigen Fragen
Während in deutschen Unternehmen bei einem Bewerbungsgespräch ein Katalog von Standardabfragen abgearbeitet wird, haben die Firmen im Silicon Valley ihren ganz eigenen, kreativen Weg gefunden, für sie essentielle Informationen über den Bewerber herauszufinden. Anstelle von Fragen über den bisherigen Werdegang der Bewerber zählt auch bei Zappos vor allem Kreativität und Ehrgeiz. Berühmte Fragen im Bewerbungsgespräch bei Zappos und Co. sind so zum Beispiel: „Mit wem würdest du gerne ein längeres Telefonat führen?“, „Wer ist dein Vorbild?“, „Wenn du eine Party feiern könntest, was wäre das Motto und weshalb?“ Nur wer die Personalchefs mit außergewöhnlichen und cleveren Antworten überzeugen kann, hat die Chance auf einen der begehrten Jobs im Zappos Team.

Bei Yelp gibt es jeden Monat eine Party
Ein ähnlich begehrter Arbeitgeber wie Zappos ist die Bewertungsplattform Yelp, auf welcher User ihre Erfahrungen mit Restaurants, Geschäften und sogar Ärzten und Friseuren austauschen können. 2004 im Silicon Valley gegründet, gibt es Yelp seit 2010 auch in Deutschland – mit großem Erfolg. Auch wir haben auf unserer diesjährigen Silicon Valley-Tour einen Blick hinter die Kulissen von Yelp werfen dürfen und spannende Einblicke in das Unternehmen erhalten. So gibt es bei Yelp tatsächlich einen extra Mitarbeiter, der sich nur um das Wohl seiner Kollegen kümmert und sogar regelmäßig Partys organisiert, um die Yelp-Mitarbeiter bei Laune zu halten. Jubiläen werden jedes Jahr gefeiert und Mitarbeiterinnen, die aus dem Mutterschutz zurückkommen erhalten ein besonderes Geschenk an ihrem ersten Arbeitstag zurück im Büro. Auch Krankenversicherungen, Massagen und Reparaturen aller Art werden teilweise sogar komplett vom Unternehmen übernommen. Ziel ist es, glückliche und zufriedene Mitarbeiter zu haben, die voll und ganz in der Firma aufgehen, sich engagieren und wohlfühlen. Unser Konzept der 33 Rosen hilft auch Ihnen, Ihre Mitarbeiter langfristig zu motivieren und für die Firma zu gewinnen!

Das Facebook-Dorf
Während Yelp einigen von uns womöglich bislang gar nicht bekannt war, ist der Name Facebook für fast jedermann inzwischen ein gängiger Begriff geworden. Inzwischen nutzen etwa 1,5 Milliarden Nutzer weltweit die Social-Media-Plattform, das entspricht etwa 20 % der Weltbevölkerung. Bei kaum einem Unternehmen im Silicon Valley vereinigen sich Privatleben und Berufsleben so sehr wie bei Facebook. Die Mitarbeiter vor Ort wissen meistens nicht einmal wie viele Arbeitsstunden in ihrem Arbeitsvertrag festgelegt sind. Bei unserer Tour über den Facebook Campus erzählte uns eine Mitarbeiterin, dass es ihr großen Spaß mache bis 3 Uhr nachts zu arbeiten, weil man vor Ort sowieso bereits über jeglichen vorstellbaren Komfort verfüge. Der hier angesprochene Komfort bezieht sich im Übrigen nicht nur auf kostenloses Essen von bester Qualität, sondern auch Friseure, Lebensmittelläden, Kinos, Ärzte. Das Gebiet auf dem Facebook liegt ist so riesig, dass es schon fast dörfliche Strukturen angenommen hat und von den Mitarbeitern, sowie Facebook Chef Mark Zuckerberg liebevoll als „Campus“ bezeichnet wird. Der Chef persönlich ist übrigens selbst auch regelmäßig vor Ort, hat keinerlei Starallüren und nimmt sich jeden Freitag Zeit, um Fragen seiner Mitarbeiter direkt zu beantworten. Auch wenn die Leistungen, die Facebook als Arbeitgeber bietet sehr hoch sind, so sind die Forderungen an die Mitarbeiter wohl noch höher. Wer bei Facebook nicht die geforderten Leistungen erbringt, wird nicht lange ein Teil des Unternehmens bleiben. Schon der Einstellungsprozess zeigt, wie schwierig es ist, ein Mitglied der Facebook-Community zu werden. Mindestens vier Interviews muss sich jeder Bewerber stellen und verschiedenste Aufgaben meistern, ehe er die Chance erhält, sich im Team zu beweisen, und auch dort wird er dann regelmäßig und streng von „Bürgermeister“ Zuckerberg und seinen Kollegen überprüft. Auch wir bei tempus haben einen Weg gefunden, die Leistung unserer Mitarbeiter regelmäßig zu überprüfen anhand eines Leistungsbeurteilungsbogens. Nur so schaffen wir es, langfristig nur A-Mitarbeiter zu halten.
Was passiert mit dem Privatleben?

Im Silicon Valley, so scheint es, hat man sich gute zwischenmenschliche Beziehungen und aktives Teambuilding auf die Fahne geschrieben – die Frage ist zu welchem Preis. Während der Durchschnittsdeutsche schon bei seinen statistischen acht Jahren auf der Arbeit hin und wieder das Klagen anfängt, so ist diese Zahl im Silicon Valley weitaus höher anzusetzen. Die meisten Mitarbeiter in Firmen wie Facebook und Co. hält es generell sowieso nicht lange bei einem Arbeitgeber. Entweder sie werden abgeworben oder gründen selbst ihre eigenen Firmen. Dass sie damit noch weniger Zeit für private Beziehungen abseits der Arbeit haben, nehmen die Arbeiterinnen und Arbeiter im Silicon Valley gerne in Kauf. Wer einmal im Sog des Silicon Valley steckt und Mitglied einer Valley-Familie war, der kann so schnell nicht genug davon bekommen.

Für uns zählt die Langfristigkeit
Auch für mich sind meine Mitarbeiter wie Familie, dennoch halte ich den Wert ihres Privatlebens hoch und würde ihnen niemals die Chance nehmen wollen, privates vom beruflichen strikt zu trennen. Auch ich persönlich nehme mir diese Möglichkeit heraus und schätze sie sehr. Gleichzeitig ist Teambuilding innerhalb der Firma ein zentrales Thema für mich. Dazu gehören regelmäßige Mitarbeiterabende bei denen wir gemütlich zusammensitzen, gemeinsame Ausflüge unter anderem in einen Freizeitpark, oder eben auch die angesprochene Silicon Valley Reise, die das Team zusammenschweißen und für gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen sorgen. Ich selbst habe lange gebraucht zu verstehen, dass der „Mensch im Mittelpunkt“ nicht nur die Kunden bedeutet, sondern auch meine Mitarbeiter. Unser Ziel ist es, Mitarbeiter langfristig in der Firma zu halten und das gelingt nur, wenn diese auch zufrieden sind. In meinem Buch „Die besten Mitarbeiter finden und halten“ berichte ich über Tipps und Tricks, wie Ihnen das gelingt.

Die 10 Tipps von Steve Jobs, um Mitarbeiter zu halten
Eine Person, die das Silicon Valley geprägt hat wie kaum ein anderer ist Steve Jobs. Der ehemalige Apple Chef war bis vor seinem Tod vor sechs Jahren maßgeblich für den Aufstieg des Silicon Valley als „Zentrum der digitalen Macht“ mitverantwortlich und seine Führungstechniken und Strategien werden noch heute von vielen Firmen kopiert und erfolgreich angewendet. Er war auch einer der Ersten, der sich dem Thema ABC-Mitarbeiter aktiv annahm und Strategien entwickelte, die besten Mitarbeiter zu finden und zu halten. Im Laufe der Zeit entstanden so die Top 10 Tipps von Steve Jobs, um die besten Mitarbeiter zu halten.

Mit zwei Reisegruppen waren wir im Silicon Valley auf der Spur nach den Erfolgskonzepten der besten Firmen der Welt. Mir ist klarer denn je: Personal und die Suche nach den besten Talenten ist der Erfolgsfaktor Nummer 1 für ein Unternehmen. Deshalb ist der Zuspruch zu „Deutschlands Personal-Kongress“ so groß. Damit auch Sie mit diesen Top-Unternehmen in Sachen Personal auf einer Stufe stehen, haben wir „Deutschlands Personal-Kongress“ ins Leben gerufen.


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17. August 2017 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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