Mitarbeiterentwicklung – auch in christlichen Gemeinden ein Vorteil


Wer beim Thema Mitarbeiterentwicklung von den Besten lernen will, sollte die Willow-Creek-Gemeinde anschauen. Denn Mitarbeiterentwicklung ist nicht nur in der Wirtschaft wichtig, sondern auch in christlichen Gemeinden. Wer die Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago besucht, dem fällt als erstes auf: Es gibt hunderte von Mitarbeitern, die mit großer Begeisterung, ja geradezu mit einem Leuchten in den Augen ihren Dienst tun. Menschen mit einem ansteckenden Lachen, einer großen Selbstständigkeit und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein.

Schaut man auf die Gallup-Zahlen, dann sieht man, dass in deutschen Unternehmen immer noch der Großteil der Mitarbeiter „Dienst nach Vorschrift“ macht und kein Leuchten in den Augen hat.  Auch beim  Blick in manch hiesige Gemeinde, hat man oft den Eindruck, dass vieles aus reinem Pflichtgefühl geschieht. Irgendwann hat jemand die Hand gestreckt, sich für eine Aufgabe bereiterklärt, und seither ist er mitgefangen und mitgehangen.

Wie aber kommt man in Unternehmen und Gemeinden von einem Mitarbeiter, der sich aus Pflichtgefühl engagiert, zu einem Mitarbeiter, der begeistert und engagiert seinen Dienst tut? Dabei geht es nicht nur um Ehrenamtliche – viele Hauptamtliche und  viele Leitungsgremien versprühen ebenfalls nicht die Begeisterung und Leidenschaft für ihre Aufgaben, die andere ansteckt und dem Auftrag angemessen wäre. Eine Veränderung ist dringend nötig. Aber sie ist nicht von heute auf morgen herbeizuführen. Sie ist umfangreich, betrifft die gesamte Gemeinde und dauert ein paar Jahre. Aber sie ist möglich.

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Die folgenden 10 Tipps zur Mitarbeiterentwicklung habe ich für christliche Gemeinden aufgeschrieben.  Als Unternehmer oder Personalverantwortlicher können Sie diese nahezu 1:1 auf die Mitarbeiterentwicklung Ihres Unternehmens übertragen.

1. Vertrauen schenken
Kein Leiter kann in der Gemeindearbeit alles kontrollieren. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen! Das macht sie zu „Mit-Unternehmern“, zu Teilhabern der Gemeinde und wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterentwicklung aus.

2. Sinn geben
Kein Mensch mag das Gefühl, unwichtig zu sein. Auch eine noch so einfache Arbeit hat ihren Sinn, sonst würde sie niemand einfordern!

3. Loben
Sprechen Sie ein Lob zeitnah aus und sagen Sie genau, warum es ausgesprochen wird! „Weil du schon eine Stunde vorher da warst und dies alles so toll vorbereitet hast, ist jetzt jetzt alles so gut gelungen“.

4. Talente entdecken
Ganz bewusst auf Menschen zugehen, die etwas besonders gut können. Dabei nicht nur auf „fromme“ Begabungen schauen. Gute Leute kennen gute Leute. Deshalb ist es sehr wichtig, solche Kontakte zu pflegen.

5. Ziele setzen
Nicht mit Anweisungen arbeiten, die oft nicht verstanden werden. Das trägt nicht zu einer guten Mitarbeiterentwicklung bei. Wichtig ist: sich gemeinsam Ziele setzen.

6. Mitarbeiter richtig einsetzen
Die Tätigkeit muss zu den Neigungen und Fähigkeiten des einzelnen Mitarbeiters passen.
Sowohl ständige Unter-, als auch Überforderung führt zur Demotivierung und trägt nichts zur Mitarbeiterentwicklung bei.

7. Mitarbeiter beteiligen
Treffen Sie keine einsamen Entscheidungen, wenn es um das Aufgabengebiet Ihres Mitarbeiters geht! Beteiligen Sie den Mitarbeiter daran, fragen Sie zumindest nach seiner Meinung. Um eine Mitarbeiterentwicklung zu fördern, delegieren Sie: Geben Sie auch anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben weiter. Der Mitarbeiter darf nicht das Gefühl bekommen, nur „Zulieferer“ zu sein.

8. Schnell informieren
Geben Sie auch Informationen weiter, die nicht direkt mit dem Arbeitsgebiet des Mitarbeiters zu tun haben! Es darf kein „Herrschaftswissen“ geben. Der Mitarbeiter hat so das Gefühl: „Ich bin wichtig.“

9. Den richtigen Ton treffen
Schreiten Sie ein, falls Sie von einem Verhalten erfahren, das Sie für nicht akzeptabel halten und den Gemeindewerten widerspricht! Nichts ist demotivierender als eine persönliche Verletzung oder unsachliche Kritik.

10. In Mitarbeiterentwicklung investieren
Seien Sie geduldig! Mitarbeiterentwicklung ist zeitaufwändig und dauert immer länger als geplant. Zwei bis vier Jahre sind realistisch, bis Sie Ergebnisse erhalten. Ich höre immer wieder: Ihr in der Industrie könnt euch die besten Leute aussuchen. Ihr bezahlt viel Geld und damit sitzt ihr am längeren Hebel. Meine Erfahrung ist genau das Gegenteil: Die Gemeinde hat das Kostbarste zu geben, was es überhaupt gibt – ein Leben mit Jesus Christus gibt Sinn und Halt. Jesus hat uns einen missionarischen Auftrag gegeben, dem sich alles unterordnet.
Damit können wir in der Industrie nur schwer konkurrieren. Wieso kommt es dann, dass wir innerhalb der Gemeinde oft nur wenige und dazu nur schlecht motivierte Mitarbeiter haben? Das hat mit uns, den Verantwortlichen zu tun. Ich kann nur jemand so weit bringen, wie ich selbst motiviert bin. A-Verantwortliche werden auch A-Mitarbeiter haben.


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27. Mai 2016 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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