Auch Airlines beschäftigen C-Mitarbeiter


Vor ein paar Tagen habe ich eine besondere C-Geschichte erlebt: Der Delta-Flug 117 von Stuttgart nach Atlanta dauert lange, und es ist eine ziemlich alte Maschine, in der man extrem eng sitzt. Aber das ist alles okay. Ich habe jede Menge Arbeit dabei, und da vergesse ich dann
solche Dinge sehr schnell.Aber dieses Mal ist jedoch die Maschine bis auf den letzten Platz besetzt, und das Dumme: Das Licht am Sitzplatz funktioniert nicht. Damit es im Innenraum schön dunkel ist, werden die Passagiere immer wieder über Lautsprecher aufgefordert, die Blenden am Fenster herunterzuziehen, damit die in der Kabine laufenden Filme auch gut zur Wirkung kommen.

Ich frage eine der Stewardessen, ob sie das mit dem Licht reparieren kann. Sie sagte, sie kümmert sich. Nach einer Stunde frage ich eine andere Stewardess, ob sie das mit dem Licht reparieren kann. Nein, aber sie wird es notieren. (Notieren heißt in diesem Fall: Sie ruft es einer anderen Stewardess zu, dass die das irgendwo eintragen soll. Ich vermute, dass sie selbst nicht schreiben kann, was ja bei Amerikanern sehr oft der Fall ist.)

Wenige Stunden vor Ankunft werden Plätze frei, weil dort die Stewardessen sitzen. Keine Ahnung, eigentlich sind die ja zum Arbeiten da. Aber die haben immer die besonders schönen Plätze, wollen auch nicht gestört werden und ziehen deshalb einen Vorhang zu. Jetzt wird Essen serviert, und ich bitte höflich um Genehmigung, ob ich auf einen der frei werdenden Plätze sitzen kann, denn mein Licht funktioniert nicht. – Ja, das ist okay.

20 Minuten später kommt eine Stewardess und sagt: „Hier zu sitzen ist zwar in Ordnung, aber ein Getränk hier zu trinken ist nicht in Ordnung.“ Ich starre fassungslos auf mein Glas Wasser, das vor mir steht. Sie sieht mein Erstaunen und sagt: „If you spill it the seat will be wet and it is not acceptable that we sit on a wet seat.“ (Falls Sie Ihr Glas Wasser verschütten, dann ist nämlich der Sitz nass, und es ist nicht okay, wenn eine Stewardess auf einem nassen Sitz sitzen muss.)

Delta ist dabei, sich neu aufzustellen und hat einen Wahnsinnsetat, um sich ein moderneres Image zu geben. Schade, dass wieder einmal C-Mitarbeiter alles ruinieren.


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28. Juli 2010 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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5 Antworten zu “Auch Airlines beschäftigen C-Mitarbeiter”

  1. Ein sehr anschauliches Beispiel.

    A-Mitarbeiter lösen Probleme, C-Mitarbeiter schaffen sie. Erlebnisse wie beschrieben bleiben im Gedächtnis des Kunden, sodass es selbst ein A-Mitarbeiter später schwer hat, einen Kunden durch Top-Leistung wieder von seinem Untenrehmen zu überzeugen.

    Vermutlich wird Delta Airlines gut daran tun, in Auswahl und Training für das Personal zu investieren, was sich an der „Front“ zum Kunden befindet. Viele Unternehmen haben bei allem Prozess- und Effizienzfokus den wichtigsten Erfolgsfaktor des Unternehmens vergessen: Eine A-Belegschaft, mit A-Führungskräften und A-Mitarbeitern zu entwickeln.

    Daniel Hein

  2. Klasse, ich liebe solche Berichte! Sie bestätigen, dass wir mit der Temp-Methode den Nagel auf den Kopf treffen. Was nutzt es Unsummen in Image und Austattung zu investieren und dabei die schwergewichtige Rolle der Mitarbeiter zu vernachlässigen. Als Dankeschön für die Bestätigung Ihrer genialen Temp-Methode sollten Sie Edward Bastian eine Personaltoolbox
    (http://bit.ly/Personaltoolbox) und das Temp Buch schenken. Zugegeben ein sehr wertvolles Präsent. Denn wenn er bei ca. 70.000 Mitarbeitern ausrechnet, was ihn die C Mitarbeiter kosten, dann erkennt er die stolze Summe, die er täglich „verbrennt“. Wer wissen will, wie man ausrechnet was ein C Mitarbeiter kostet findet die Antwort unter dem Link Personaltoolbox.

  3. Definition C Mitarbeiter:
    Wenn sich also ein Mitarbeiter an die Vorgaben seines Arbeitgebers hält ( Keine Getränke auf den Personalsitzen), dann ist er ein schlechter Mitarbeiter nur weil der Kunde seinen Willen nicht bekommen hat? Die Alternative ist, gegen den Arbeitgeber zu enscheiden, imm Sinne des Kunden. Habe ich vor 14 Tagen bei uns im Hause noch erlebt, nur dass der Kollege, der im Sinne der Kunden handelte, jetzt gaaanz viel Zeit hat. da er von einem auf den anderen Tag gefeuert wurde.
    Wie immer: Zu viel Knoblauch und es stinkt, man selber riecht es nicht, aber alle anderen um einem herum merken es.

  4. Ein klares Beispiel dafür, daß die Stewardess nicht verstanden hat, daß es auch ihre Aufgabe ist, ihren Kunden (die Flugpassagier) in LIEBE zu dienen. Wer die Menschen liebt, der sieht sie ganz anders und handelt auch ganz anders. Jesus ist das Licht das in die Welt gekommen ist. Er liebt uns alle von ganzem Herzen und hilft uns, mit SEINEN Augen unsere Mitmenschen ganz neu zu sehen. Möge er alle, die hier hereinschauen, segnen und mit SEINER Liebe erfüllen!

  5. Lieber Herr Professor Knoblauch,

    unstrittig ist, dass Mitarbeiter hier nicht so geschult wurden, dass sie die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden zu Herzen nehmen und nach besten Kräften erfüllen. Was mich jedoch erschrickt, ist die Art, wie Sie über Menschen sprechen, die Sie doch als Ihre Nächsten ansehen sollten. C-Mitarbeiter. Ich lese diesen Blog unvoreingenommen, weil ich einem Kunden Ihre Temp-Methode empfohlen hatte und nun nach aktueller Literatur suchte. Ich habe Sie empfohlen, weil Ihre Methoden christlichen Werten folgen. Weil ich weiß, dass Sie sich zu Jesus Christus bekennen. Bei einem normalen Unternehmensberater würde es mich nicht wundern, Sätze zu lesen, wie diese:
    „Keine Ahnung, eigentlich sind die ja zum Arbeiten da. Aber die haben immer die besonders schönen Plätze, wollen auch nicht gestört werden und ziehen deshalb einen Vorhang zu.“ Wer sind denn „die“ für einen Christen? Ich habe schon als Kind gelernt: „Die“ steht auf der Wiese und macht „Muh“. Es heißt „sie“, lieber Herr Knoblauch. Wenn Sie so über andere Menschen denken und schreiben, nutzt auch Ihre Höflichkeit nichts. Die Menschen merken, was wir über sie denken. Sie sollen Licht und Salz sein und in erster Linie sollen Sie als Unternehmensberater die Liebe Gottes in die Welt tragen, weil das Ihre Berufung ist. Diese Liebe zum Nächsten kann ich in Ihrem Blog-Beitrag nicht erkennen. Wenn Mitarbeiter sich so verhalten, ist das Management schuld und nicht die Mitarbeiter. Deshalb sollte man auch nicht über die Mitarbeiter abfällige Äußerungen machen, sondern höchstens über die Verantwortlichen, so wie Jesus die Zöllner und Prostituierten angenommen hat und gegen die Schriftgelehrten wetterte, die fromm taten und das Volk in die Irre führten.
    Ich hoffe, dass Lob und Zuspruch dieser Welt Sie nicht in die Irre führen. Es ist so viel einfacher, den kleinen ungeschulten Mitarbeiter kritisch darzustellen, als die Verantwortlichen die die Macht hätten, diesen Zustand zu ändern und die Welt ein bisschen besser zu machen.

    Mit herzlichen Grüßen
    Astrid Schulze

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