Die größte Stellenanzeige Deutschlands


Die Welt der Personaler wird immer kurioser. Auf der einen Seite kämpfen immer mehr Unternehmen darum, ihre Stellen mit den besten Mitarbeitern zu besetzen. Nicht nur Fach- und Führungskräfte, auch Auszubildende werden händeringend gesucht. Auf der anderen Seite bleiben Talente immer noch auf der Straße: So wie Ralph Knapp. Der 55-jährige wurde jetzt berühmt, weil er zwei große Plakatwände am Wuppertaler Bahnhof gebucht hat.

Zehn Tage hat er die Plakatwände gemietet und dafür 400 Euro investiert. Gebracht hat es ihm in jedem Fall jede Menge Aufmerksamkeit. Neben zahlreichen Pressemeldungen (z. B. Spiegel Online oder Bild Online) haben auch Radiosender und das Frühstücksfernsehen über ihn berichtet.

Was wir als Personaler davon lernen können: Hire for attitude train for skills.

Im ersten Schritt des 9-stufigen Einstellungsprozesses suchen wir nach „stellenunabhängige Anforderungen“. Hierzu gehören zum Beispiel Effizienz, Ehrlichkeit, höchste Ansprüche und Kundenorientierung.

 

 

 

Knapp hat 31 Jahre in einem Kino gearbeitet. Er war Filmvorführer und hat die Maschinen gewartet. Später hat er Mitarbeiter eingearbeitet und war für Dienstpläne, Marketing und Programmgestaltung zuständig. Nachdem er durch die Digitalisierung arbeitslos wurde, hat er eine Umschulung zum Steuerfachangestellten gemacht. Unter rein fachlichen Aspekten fällt so jemand durchs Raster. Doch wen würden Sie auf eine offene Stelle eher einstellen? Die fachlich perfekt passende Person, die jedoch keinerlei Engagement zeigt oder den engagierten A-Mitarbeiter, der ein paar fachliche Schulungen benötigt?

 


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03. Februar 2014 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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7 Antworten zu “Die größte Stellenanzeige Deutschlands”

  1. In unserer Branche gibt es kaum fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter, deshalb stehen für mich immer die Motivation, das Engagement und die Bereitschaft zum Leisten wollen im Vordergrund, getreu dem Motto einen Hund kann ich auch nicht zum Jagen tragen. Fachliches Know-How können wir vermitteln, die Leidenschaft zum Tun leider nicht.

  2. Solchen Menschen gebe ich gerne eine Chance. Auch in der Schweiz gibt es inzwischen mehr Menschen die zuerst nach den Arbeitsbedingungen/Mindestlohn fragen bevor sie mitteilen wer sie sind, was sie können und vor allem was sie wollen (geben wollen). Bewerbungen leben vom 3-Klang – wer bin ich – was kann ich – was will ich? Das Wollen muss zuerst kommen – da gebe ich Andreas Möck recht. Dem Können kann man durch Fortbildung nachhelfen und auch die Frage nach dem WER BIN ICH – kann durch Jahresgespräche geklärt werden. Schon Prof. Dr. Carl Hilti hat im vor etwas mehr als 100 Jahren in seiner Buchreihe Glück festgestellt, dass das Glück sich dem zeigt, der sich einer Aufgabe stellt und sie mit Freude ausführt.

  3. Das Aussortieren der Bewerber über den Lebenslauf ist bei vielen Firmen (egal ob Auftraggeber oder Personalberatung) leider immer noch gängige Praxis. Deshalb empfehle ich jedem Bewerber, in einem separaten Anschreiben noch einmal ganz genau herauszuarbeiten, was ihn genau für diese Position qualifiziert. Der Lebenslauf allein, als aussagekräftiges Dokument, ist hier bei weitem nicht ausreichend.

  4. Oft ist es ja so, dass viele durch die vielen Bewerbungen gar nicht mehr wissen, für was sie eigentlich geeignet sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass so mancher Quereinsteiger durch ein Praktikum ganz neue Fähigkeiten bei sich entdeckt; und so ganz plötzlich, in der Begleitung von Menschen mit Behinderung hervorragende Arbeit leistet. Es gehört zur Herausforderung unserer Zeit, auch zu lernen, wer bin ich noch nicht? Aber, wie schon geschrieben, es bleibt bei der Selbstverantwortung – das WOLLEN kann man keinem abnehmen.

  5. Die Aktion hat zum Erfolg geführt.
    Seit dem 01.03.2014 bin ich wieder in Arbeit.
    Auch wenns etwas länger gedauert hat, es hat
    sich gelohnt. Und eigentlich sollte doch eine normale Bewerbung ausreichen….und nicht immer
    so groß ausfallen.
    R. Knapp

    • Wow, besten Dank für dieses Feedback Herr Knapp! Viel Freude bei Ihrer neuen Arbeit.
      Beste Grüße
      Jörg Knoblauch

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