Fluktuation: Mitarbeiter im Fluchtmodus


Fluktuation ist ein branchenübergreifendes Problem. „Hilfe, ich verliere meine Mitarbeiter!“ Solche Hilferufe erreichen mich seit einiger Zeit verstärkt.  Aber es gibt Gegenmittel.

„Die Fluktuation ist enorm. Ob A-Mitarbeiter oder C-Mitarbeiter – wir sind froh, wenn wir überhaupt noch genug Leute haben, um den Betrieb aufrechterhalten zu können“, offenbarte sich erst kürzlich wieder eine Personalleiterin in einem meiner Seminare. Und die Personalerin erntete breite Zustimmung von anderen Seminarteilnehmern, gleichgültig aus welcher Branche sie kamen. Ob Transportunternehmen, Pflegedienst oder Steuerbüro: Fluktuation ist derzeit das Kittelbrenn-Thema schlechthin.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt und der Fachkräftemangel machen einen Arbeitsplatzwechsel derzeit so leicht wie selten. Eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft zur Fluktuation zeigt, dass 2015 fast ein Drittel der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse innerhalb des Jahres beendet oder begonnen worden sind. Ein Drittel! Für 2016 liegen noch keine Zahlen vor – aber die Fluktuation wird wohl weiter zugenommen haben.

Fluktuation nimmt zu

Keine Frage: Die Zeiten, in denen ein Arbeitgeber von der Lehre bis zur Rente im selben Unternehmen tätig war, sind vorbei. In den USA liegt die durchschnittliche Verweildauer eines Arbeitnehmers inzwischen nur noch bei 18 Monaten. Das ist eine Belegschaft im Fluchtmodus.

Dabei zeigen Umfragen, dass in den meisten Fällen nicht finanzielle Gründe ausschlaggebend für Fluktuation und Arbeitsplatzwechsel sind – sofern die Lohnunterschiede nicht zu gravierend ausfallen. Wichtiger als Geld sind Freude an der Arbeit, Erfüllung und Wertschätzung.

Was also kann man als Arbeitgeber tun, um Fluktuation zu verhindern und gute Mitarbeiter zu halten? Eine gute Frage – die Sie am besten gleich heute noch Ihren A-Mitarbeitern stellen. Denn ehrliches Interesse und Offenheit für die Wünsche der Mitarbeiter sind die Basis im Kampf gegen die Fluktuation.

10 Tipps gegen Fluktuation

In meinem Unternehmen habe ich schon vor vielen Jahren das Mitarbeiter-Motivationskonzept „Die 33 Rosen“ eingeführt. Daraus habe ich Ihnen zehn Tipps zusammengestellt, die als erste Sofortmaßnahmen gegen Fluktuation unkompliziert umsetzbar sind.

1. Offene Türe beim Chef! Seien Sie für Ihre Mitarbeiter erreichbar und ansprechbar.

2. Loben Sie! Zeigen Sie, dass gute Arbeit und Engagement anerkannt werden.

3. Wertschätzung für jeden Mitarbeiter! Bei uns bekommt jeder Arbeitnehmer im Büro die gleiche Einrichtung und Ausstattung, vom Azubi bis zum Chef.

4. Machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Mitwissern! Informieren Sie über aktuelle Zahlen und Entscheidungen, auch über Schwierigkeiten, damit sich Ihre Mitarbeiter als gleichberechtigte Partner fühlen können. Die Unternehmensleitung einer großen Gebäudereinigungsfirma bei München beispielsweise, die wir beraten, hat sich entschlossen, jeden Morgen mit allen 200 Arbeitnehmern gemeinsam zu frühstücken und dabei über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Eine tolle Idee! Die Fluktuation in diesem Unternehmen liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt.

5. Machen Sie den Mitarbeiter zum Mitunternehmer! War der letzte Monat erfolgreich? Wenn ein Gewinn erwirtschaftet wurde, erhält bei uns jeder Mitarbeiter zum Beispiel einen Tankgutschein. Oder bestellen Sie Pizza für die ganze Abteilung. Feiern Sie Erfolge mit Ihrem Team.

6. Fördern Sie die persönliche Entwicklung Ihrer Mitarbeiter! Bieten Sie kostenlose Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Kann sich ein ehrgeiziger Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen beruflich weiterentwickeln oder muss er dafür eine neue Stelle suchen?

7. Schätzen Sie die Ideen Ihrer Mitarbeiter! Führen Sie ein Verbesserungs- und Vorschlagswesen ein.

8. Betreiben Sie Ursachenforschung! Welche Abteilung ist von Fluktuation betroffen? Schauen Sie als erstes auf direkte Vorgesetzte. In vielen Fällen ist der Führungsstil eines direkten Vorgesetzten Schuld an Unzufriedenheit und einer erhöhten Fluktuation.

9. Führen Sie eine Führungskräftebewertung ein!

10. Wenn es denn zur Trennung kommt: Bitten Sie den scheidenden Mitarbeiter zu einem ehrlichen „Exit-Interview“. Versuchen Sie, Gründe für die Fluktuation in Ihrem Unternehmen zu erfahren. Nehmen Sie Kritikpunkte ernst und lernen Sie aus möglichen Fehlern.

Erfolgreich führen und motivieren

Fluktuation ist leider kein Problem, das sich einfach aussitzen lässt. Deshalb sollten Sie handeln, am besten noch heute. Im Downloadbereich auf unserer Homepage www.abc-personal-strategie.de finden Sie einige weiterführende Tipps und Formulare, die Sie gerne nutzen dürfen. Beispielsweise habe ich Ihnen hier einen Führungskräftebewerbungsbogen und ein Verbesserungsvorschlags-Formular bereitgestellt.

Vorgesetztenbewertung mit dem Beurteilungsbogen

Download

Außerdem kann ich Ihnen unser Seminar „Auf die Chefs kommt es an – Die 7 zentralen Aufgaben einer Führungskraft“ sehr empfehlen. Wir werden hier unter anderem auch an das Thema Fluktuation sehr praxisorientiert herangehen. Gleich anmelden!


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11. Januar 2018 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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