Lob: Das vergessene Powerkonzept


Prämien, Seminare, Erfolgsbeteiligungen: Um Mitarbeiter zu motivieren, investieren Firmen viel Geld. Und übersehen dabei oft die einfachste, aber effektivste Maßnahme: Lob!

„Haben Sie heute schon einen Mitarbeiter gelobt?“. Diese Frage habe ich unseren Bereichsleitern bei der letzten Besprechung gestellt. Jawohl, war die Antwort. Jeder hatte schon ein Lob ausgesprochen. Und das, obwohl es noch früh am Vormittag war.

Kein Geiz bei Lob
Zugegeben: Meine Bereichsleiter waren auch nicht ganz unvorbereitet. Sie wussten, dass ich ihnen diese Frage stellen würde – denn ich stelle sie praktisch bei jeder Besprechung. Mitarbeitern ein Lob auszusprechen und gute Arbeit anzuerkennen, statt einfach nur kommentarlos hinzunehmen, das gehört bei uns zu den ganz zentralen Aufgaben jedes Vorgesetzten.
Um es ganz klar zu sagen: Im Unternehmen ist Geiz bei Lob und Dank völlig fehl am Platz. Eine Unternehmenskultur, in der Lob keinen Platz hat, ist schädlich für die Mitarbeitermotivation und das Betriebsklima.

Lob motiviert
Denn Lob ist genau das, was ein Mitarbeiter sich eigentlich am meisten an seinem Arbeitsplatz wünscht. Eine Gallup-Umfrage bestätigt meine Erfahrung: Nicht Geldprämien, Teambuilding-Seminare oder Auszeichnungen fördern letztlich nachhaltig die Mitarbeitermotivation. Das alles wirkt nur kurzfristig. Nein: Was Mitarbeiter wirklich und dauerhaft motiviert, sind Lob und Anerkennung. Lob ist das Powerkonzept schlechthin.

Wer sich respektiert und anerkannt fühlt, ist sogar bereit, für weniger Geld zu arbeiten, als bei der Konkurrenz zu erwarten wäre. Wie schön für den Arbeitgeber: Denn Lob und Dank auszusprechen kostet bekanntlich nichts – außer Aufmerksamkeit für die Arbeitsleistung des Mitarbeiters. Dabei hält sich der Zeitaufwand in Grenzen, denn ein Lob dauert nicht länger als eine Minute.

Trotzdem zeigt die Praxis, dass Lob als Motivationsstrategie in den meisten Unternehmen leider nicht genutzt wird. Lob wird da gar nicht oder nur sehr unbeholfen ausgesprochen. Ich wundere mich immer wieder, wie ein nachweislich höchst effektives Personalführungsmittel im betriebswirtschaftlichen Alltag selbst von erfahrenen Unternehmern derart unterschätzt und ignoriert werden kann.

Da leisten die Leute teils wirklich gute Arbeit, bekommen aber nie positives Feedback vom Chef oder Vorgesetzten. Warum? „Sie werden doch dafür bezahlt“, wird zur Entschuldigung argumentiert. Oder noch schlimmer: „Net gschimpft isch globt gnug“, heißt es in meiner schwäbischen Heimat – nicht geschimpft ist genug gelobt. Warum tut man sich in unserer Gesellschaft offenbar so schwer mit einem Lob?

Mitarbeiter in den Bäumen
Dabei wird viel Geld ausgegeben, um die Loyalität und Motivation der Mitarbeiter zu steigern. Unter anderem wird mit großem Aufwand zu Teambuilding-Workshops eingeladen. Man lässt einmal im Jahr Abteilungsleiter und Sachbearbeiter miteinander im Hochseilgarten von Baum zu Baum klettern und hofft, das Problem damit zu lösen.
Denn eins ist klar: unmotivierte Mitarbeiter sind definitiv ein Problem. Auch das belegt die Gallup-Studie. Unmotivierte Mitarbeiter leisten nur Dienst nach Vorschrift, die Arbeitsqualität ist schlechter, es gibt eine höhere personelle Fluktuation, ebenso erhöht sind die Fehlzeiten. Es kommt sogar zu mehr Arbeitsunfällen und das Betriebsklima ist schlechter.

Deshalb: Investieren Sie in das effektivste Motivationskonzept, das ihnen als Personaler zur Verfügung steht: Lob! Entwickeln Sie eine Unternehmenskultur, in der Lob, Dank und Anerkennung offen zum Ausdruck gebracht werden.

Lob: Fünf Tipps für Einsteiger
Lob auszusprechen kann man üben. Wenn Sie sich damit noch schwer tun, können Ihnen diese fünf Tipps helfen:

1. Nehmen Sie den Mitarbeiter wahr. Anerkennung beginnt ganz unten – wünschen Sie Ihren Mitarbeitern mit Handschlag einen guten Morgen.

2. Entwickeln Sie einen Blick für gute Arbeit. Nehmen Sie gute Leistungen nicht einfach nur hin. Beachten Sie das Engagement Ihrer Mitarbeiter.

3. Nicht verschieben, nicht delegieren. Wenn Ihnen an einem Mitarbeiter etwas Positives auffällt, sprechen Sie das Lob sofort und persönlich aus.

4. Nennen Sie die Dinge beim Namen. Ihr Lob muss konkret sein. Beispiel: „Sie haben dieses Konzept hervorragend ausgearbeitet. Es kann eins zu eins übernommen werden“. Ohne Zusammenhang mit einer erbrachten Leistung wirkt Lob unehrlich und manipulativ.

5. Mithörer erwünscht. Sprechen Sie das Lob ruhig vor Kollegen aus. Ein Lob dürfen viele Menschen hören. Nur Kritik sollte möglichst unter vier Augen stattfinden.

Nichts motiviert mehr, als ein von Herzen kommendes Lob und ein ehrliches Dankeschön. Probieren Sie es aus. Am besten gleich heute.

Mehr Tipps und unsere Grundsätze zum Thema Lob können Sie kostenlos auf unserer Homepage downloaden unter

Über’s Loben nachdenken

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20. Dezember 2017 - Verfasst von vlutsch

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