Stellenanzeige richtig formulieren, damit Sie den richtigen Mitarbeiter finden!


Sie suchen dringend einen neuen Mitarbeiter und haben dafür eine Stellenanzeige geschaltet? Und dann erhalten Sie kaum Bewerbungen? Wundern Sie sich nicht, denn eine Stellenanzeige muss gekonnt gestaltet sein. Überhaupt, wenn es um gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte geht, müssen Sie schon klotzen! Kleckern nützt da nichts – Sie haben sonst das Geld für die Stellenanzeige nur zum Fenster rausgeworfen.

Mit einer gut aufgemachten Stellenanzeige – egal ob in den Printmedien oder auf Ihrer Webseite – machen Sie qualifizierte Mitarbeiter gleich auf sich aufmerksam. Die Gestaltung Ihrer Stellenzeige wirkt sich auf die Anzahl der Bewerbungen aus und natürlich auch auf die Qualität der Bewerber und Bewerberinnen.

 

Für eine gelungene Stellenanzeige sollten Sie diese grundsätzlichen Dinge beachten:

 

Layout

  • Ein Eye-Catcher weckt die Aufmerksamkeit des Bewerbers.
    Beispielsweise ein großes, ansprechendes Bild oder ein interessanter und aussagekräftiger Satz. Um diesen Eye-Catcher zu finden, stellen Sie sich die Frage: Was macht mein Unternehmen bzw. die Stelle so besonders?
  • Die wichtigen Informationen wie Stellenbezeichnung, Eintrittsdatum und Arbeitgeber sind auf den ersten Blick ersichtlich.
    Anhand dieser Informationen entscheidet der Leser, ob die Stelle für ihn passen könnte. Sie vermeiden so auch überflüssige Bewerbungen, die Ihnen unnötig Zeit rauben.
  • Die Stellenanzeige ist übersichtlich gestaltet, das heißt:
    – Es gibt keine langen Textblöcke.
    – Es gibt nicht mehr als 5 Bullet-Points pro Abschnitt. Mehr als 5 Stichpunkte werden vom  menschlichen Auge wie ein Fließtext wahrgenommen.
    – Wenn möglich wird mit Bildern gearbeitet, um die Aussagen zu unterstreichen.
    – Mit den relevanten Punkten beginnen und anschließend ins Detail gehen.
  • Auszeichnungen/Awards werden idealerweise als Bilder dargestellt.
    Ihre Glaubwürdigkeit wird so unterstrichen und die Vorzüge des Unternehmens hervorgehoben. Dies dient Ihrem Employer Branding und macht Sie für den potenziellen Bewerber attraktiv.
  • Die Stellenanzeige lebt von aussagekräftigen Bildern aus Ihrem Unternehmen.
    Emotionale Bilder sagen viel aus, aber sie müssen auch in den Kontext passen. Damit gewähren Sie dem Bewerber erste Einblicke in Ihr Unternehmen.
  • Optional: Mitarbeiter kommen durch ein Zitat oder ein Video zu Wort.
    Diese dienen zur Positionierung des Unternehmens als guter Arbeitgeber. Aussagen von Mitarbeitern machen die beschriebene Unternehmenskultur glaubwürdiger.

 

Tipps zum Inhalt einer guten Stellenanzeige

  • Die Bewerbungswege und Bedingungen sind klar definiert. Die Bewerbungswege sollten idealerweise auf eine Möglichkeit beschränkt sein.
    Das bedeutet, dass Bewerbungen z. B. nur per Mail an eine E-Mail-Adresse angenommen werden. Damit wird der Prozess sowohl für den Bewerber als auch für das Unternehmen einfacher.
  • Für die Statistiken ist pro Veröffentlichung eine Referenznummer angegeben.
    Jede Veröffentlichung hat eine Nummer, um festzustellen, wie der Bewerber auf die Stellenanzeige aufmerksam wurde.
  • Es wird zuerst auf das „Wir bieten“ und dann auf das „Wir erwarten“ eingegangen. Dabei soll das „Wir bieten“ viel mehr Punkte haben, als das „Wir erwarten“.
  • Die besonderen Leistungen des Arbeitgebers für den Bewerber werden in der Stellenanzeige herausgestellt, um ihn vom Unternehmen zu überzeugen.
    Was macht diese Stelle attraktiv und begehrenswert? 13. Monatsgehalt, kostenlose Unterkunft, Führungsverantwortung, interessante Aufgabenstellung, …
  • In ein oder zwei Sätzen wird in der Stellenanzeige der Arbeitgeber mit Tätigkeitsschwerpunkten vorgestellt und beschrieben, was ihn von anderen Unternehmen unterscheidet.
    Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können hier bewusst Akzente gegen große Wettbewerber setzen und ihre einzigartige Kultur hervorheben.
  • In kurzen Stichpunkten wird beschrieben:
    – um welche Stelle es geht.
    – Z. B. „Wir suchen einen Kundenbetreuer für unsere langjährigen Bestandskunden.“, „Wir suchen für unsere Logistik einen Mitarbeiter, auf dessen Koordinationsfähigkeit sich unsere Fahrer jederzeit verlassen können.“
    – wo die Aufgabenschwerpunkte liegen.
    In wenigen Sätzen beschreiben, wozu die Stelle geschaffen wurde. Z. B. „Die Aufgabe des Automobilverkäufers ist es, den Kunden dabei zu unterstützen, das für ihn richtige Fahrzeug mit der richtigen Ausstattung in unserem Autohaus zu kaufen. Das Auftreten sollte stets von Höflichkeit und Freundlichkeit geprägt sein.“
    – welche Perspektiven sich bieten.
    Z. B. regelmäßige Fortbildungen, Aussicht auf Beförderung nach x Jahren.
    – ob es Besonderheiten gibt.
    Z. B. häufige Reisetätigkeit oder Möglichkeit zum Home-Office.
  • Klare Formulierung der nötigen Anforderungen.
    Benennen Sie sowohl stellenunabhängige Anforderungen (z. B. soziale Kompetenzen) und stellenabhängige Anforderungen (z. B. Sprach- und PC-Kenntnisse).

 

Gute bzw. schlechte Formulierungen in einer Stellenanzeige

  • Es werden geeignete Suchbegriffe und mehrere Synonyme für die Stellenbezeichnung verwendet.
    Beispiel: Account Manager/Kundenberater/Kundenbetreuer. Dadurch ist die Stellenanzeige über Suchmaschinen besser auffindbar. Tipp: Von den Mitarbeitern Begriffe sammeln, nach welchen Begriffen sie suchen würden.
  • Der Bewerber wird schon in der Stellenanzeige direkt angesprochen. Einige Firmen sprechen den Bewerber auch mit „Du“ an. Das muss aber zur Unternehmenskultur passen.
    Beispiel: Ihre Zukunft bei der Firma Mustermann …
  • Standardfloskeln vermeiden.
    Beispiele: „Bauen Sie mit uns gemeinsam die Zukunft.“, „Senden Sie uns aussagekräftige Bewerbungsunterlagen.“, „Wir sind ein zukunftsorientiertes und dynamisches Unternehmen.“ – damit hebt man sich nicht ab!
  • Es gibt keine Hinweise auf Alter und Geschlecht, um Diskriminierung zu vermeiden und Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen. Das besagt das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)!

 

Und so sehen erfolgsversprechende Stellenanzeigen aus.Stellenanzeige

 


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23. Mai 2016 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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