Wie Sie als Arbeitgeber ein Vorstellungsgespräch erfolgreich durchführen


Ist Ihnen das auch schon passiert? Ein Bewerber hat Sie im Vorstellungsgespräch total begeistert. Sie haben ihn eingestellt und kurze Zeit später stellen sie fest, dass der Bewerber und der neue Mitarbeiter zwar äußerlich die gleiche Person ist. Tatsächlich aber entpuppt sich der Bewerber, der sie so begeistert hat,  eher als missmutiger Minderleister.

Die Folge: Sie als Arbeitgeber sind total verunsichert: Der nächste Bewerber, der Ihnen gegenüber sitzt, ist bestens geschult. Ihre Fragen beantwortet er routiniert und wie aus der Pistole geschossen. Nach dem Vorstellungsgespräch, welches Klarheit schaffen sollte, beschäftigen Sie noch viel mehr Fragen als zuvor:

  • Hat der Bewerber das alles nur einstudiert oder ist es echt? Wie soll ich mich entscheiden?
  • Habe ich die richtigen Fragen gestellt?
  • Hat der Bewerber wirkliches Interesse, in meinem Unternehmen zu arbeiten?
  • Wie kann ich die guten Bewerber von meinem Unternehmen überzeugen?

Wir zeigen Ihnen an welcher Stelle das Vorstellungsgespräch im Einstellungsprozess gehört, wie Sie erfolgreich durchführen und dadurch Ihren A-Mitarbeiter finden.

In meinem Unternehmen tempus und auch in tausenden Unternehmen, die von uns gelernt haben (Bücher, Seminare, Beratung), hat sich unser neunstufiger Auswahlprozess bewährt. Vor dem Vorstellungsgespräch finden sich drei Stufen:

Stufe 1: Anforderungsprofil und Ziele
Stufe 2: Netzwerk aktivieren – Talente entdecken
Stufe 3: Personalfragebogen zuschicken

Erst wenn die Bewerbungsunterlagen und der ausgefüllte Personalfragebogen im Haus sind, entscheiden Sie, ob ein Vorstellungsgespräch stattfindet. Anstatt wie früher üblich ein Präsenz-Vorstellungsgespräch durchzuführen, gliedert sich das Vorstellungsgespräch bei uns in die Stufen vier, fünf und gegebenenfalls Stufe sieben.

Stufe 4: Telefonisches Interview / Vorstellungsgespräch
Stufe 5: Präsenz – Vorstellungsgespräch
Stufe 7: Entscheidung treffen (möglicherweise anhand von zweitem persönlichem Vorstellungsgespräch, Arbeitsprobe, gemeinsamem Abendessen usw.)

Hier finden Sie den kompletten Prozess zum Downloaden.

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Leitfaden für unser telefonisches und persönliches Interview

Für jede Stufe unseres neunstufigen Einstellungsprozess haben wir ausführliche Leitfäden entwickelt, mit denen Sie den Bewerbungsprozess durchführen können. Der Leitfaden mit allen Fragen für das Telefoninterview (Stufe 4) umfasst 8 Seiten. Sie haben damit die perfekte Vorlage, die Sie während des Telefonats nur noch ausfüllen müssen. Die beiden Leitfäden für das Präsenz-Vorstellungsgespräch (Stufe 5) mit allen Fragen umfassen zusammen 36 Seiten. Mit diesen Leitfäden bereiten Sie sich auf das Gespräch vor und haben auch dann eine Vorlage, die Sie durcharbeiten und ausfüllen können. Tipp: Den kompletten Ordner mit allen Leitfäden erhalten Sie im Rahmen meines Online-Coachings.

Unabhängig davon, ob Sie sich an unsere Vorgehensweise des neunstufigen Einstellungsprozess halten oder nicht, habe ich nachfolgend einige Punkte und Fragen zusammen getragen, die für jedes Vorstellungsgespräch hilfreich sind.

Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs

Um ein souveränes Vorstellungsgespräch führen zu können, sollten Sie sich ausführlich vorbereiten und bei Präsenzterminen genügend Zeit vor dem Termin eingeplant haben. Die Zeiten sind vorbei als Chefs die Bewerber ewig lang warten lassen konnten und dann unvorbereitet aus anderen Meetings direkt ins Vorstellungsgespräch gestartet sind. So etwas ist im Kampf um die besten Talente ein absolutes „No Go“. Es wirft ein schlechtes Licht auf Ihr Unternehmen und kann sich auch in sozialen Netzwerken rumsprechen. Daher drei Tipps für die Vorbereitung:

  1. Schauen Sie sich vor dem Interview noch einmal das Anschreiben, den Lebenslauf und den Personalfragebogen des Bewerbers an ( siehe Stufe 3 des neunstufigen Einstellungsprozess).
  2. Es ist sinnvoll, sich das im Vorfeld erstellte Anforderungsprofil und die formulierten Ziele für diese Position nochmals einzuprägen (siehe Stufe 1).
  3. Führen Sie ein solches Interview nicht alleine durch! Holen Sie sich mehrere Personen mit an den Tisch. All diese Personen sollten ebenfalls vorbereitet sein.
  4. Versuchen Sie den Bewerber mit Situationen zu überraschen. Beispiel 1: Gehen Sie mit dem Bewerber zum Mittagessen! Beispiel 2: Machen Sie einen Firmenrundgang. Es geht einfach darum, Situationen außerhalb der typischen Interviewsituation zu schaffen.

Die richtigen Fragen formulieren

Formulieren Sie Ihre Fragen klar und deutlich: Der Bewerber muss verstehen, was genau Sie von ihm wollen. Nur dann kann der Bewerber seine Fähigkeiten und Erfahrungen mit Ihren Anforderungen verknüpfen.

Vermeiden Sie Monologe: Reden Sie nicht zu viel über sich selber oder über das Unternehmen. Ein Vorstellungsgespräch bietet beiden Seiten die Gelegenheit sich zu äußern. Das Vorstellungsgespräch soll keine Informationsveranstaltung Ihres Unternehmens sein. Statt lange Monologe zu führen, stellen Sie lieber klare Fragen.

Stellen Sie Ihre Fragen systematisch: Zu einem Vorstellungsgespräch gehört, dass Sie Fragen aus verschiedenen Frageblöcken stellen. Vermeiden Sie zwischen den einzelnen Themen zu springen. Dies verwirrt den Leser. Stattdessen stellen Sie ein paar Fragen aus einem einzelnen Themenblock. Erst dann gehen Sie zum nächsten Fragenblock über.

Stellen Sie Standardfragen: Zu einem Vorstellungsgespräch gehören auch die klassischen Fragen, wie das Wissen über das Unternehmen oder die Frage nach Stärken und Schwächen. Dadurch testen Sie die Motivation des Bewerbers und seinen Arbeitsaufwand.

Vermeiden Sie zu persönliche Fragen: Das Stellen von zu persönlichen Fragen ist in einem Vorstellungsgespräch tabu. Dazu gehören Fragen über Sexualität, Religion und politische Einstellungen. Fragen Sie den Bewerber statt dessen lieber nach seinen Freizeitaktivitäten oder Hobbies. Dies schafft Vertrauen.

Einstiegsfrage: Wie war Ihre Anreise?

Diese Frage eignet sich zur Eröffnung des Vorstellungsgespräches. Und Sie machen es dem Bewerber leicht ins Gespräch einzusteigen.

Schildern Sie Ihren Werdegang

Sie haben den Lebenslauf bereits gesichtet und genau studiert. Trotzdem ist es gut, wenn der Bewerber seinen bisherigen Werdegang nochmal selber schildert. Wenn er vorher einen Beruf ausgeübt hatte, haken Sie direkt nach, warum er sich jetzt bei Ihnen bewirbt. Priorität ist hier, dass der Bewerber einen systematisch aufgebauten Lebenslauf präsentiert. Bei Lücken fragen Sie den Bewerber direkt nach. Nur so bringen Sie in Erfahrung, welche Kompetenzen dem Bewerber fehlen, um den Job richtig auszuüben.

Offene Fragen

Offene Fragen helfen die Stimmung aufzulockern. Der Bewerber hat die Möglichkeit mehr über sich zu berichten. Geübte Bewerber werden trotzdem ihre Antworten knapp zu halten.

Fragen zur Bewerbermotivation

Mit dem Themenblock zur Bewerbermotivation finden Sie heraus, ob der Bewerber für den potentiellen Job geeignet ist. Die wichtigsten Fragen sind:

  • Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Job in unserer Firma?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Wissen Sie wieviel Sie bei uns verdienen möchten?
  • Würden Sie für diesen Job umziehen?
  • Welche Fähigkeiten bringen Sie mit?

Fragen zu Stärken und Schwächen

Jeder seriöse Bewerber wird sich über dessen Stärken und Schwächen bewusst sein. Typische Fragen sind:

  • Beschreiben Sie sich mit drei Eigenschaften
  • Wo besteht Ihre größte Stärke?
  • Wo sehen Sie Ihre größte Schwäche?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Welche Ziele möchten Sie bei uns verwirklichen?

    Fragen zum Arbeitsverhalten

    Die Fragen zum Arbeitsverhalten sind wichtig. Dadurch identifizieren Sie potentielle A-Mitarbeiter und schätzen die Motivation Ihres künftigen Mitarbeiters besser ein:

    • Wie gehen Sie mit Kritik um?
    • Wie gehen Sie mit betrieblichen Veränderungen um?
    • Wie handeln Sie, wenn Sie auf ein Problem stoßen?

    Fragen zum Charakter

    Diese Fragen geben Ihnen Aufschluss über die Persönlichkeit des Bewerbers. Sie finden heraus, wie der Bewerber auf bestimmte Situationen reagiert, und wie er sich selbst darstellt. Potentielle Fragen sind:

    • Hat Sie etwas in Ihrem Leben sehr stark geprägt?
    • Besitzen Sie ein Vorbild nachdem Sie sich richtigen?
    • Wenn Sie die Möglichkeit hätte etwas in Ihrer Vergangenheit zu ändern, würden Sie es tun?
    • Was war die schwerste Entscheidung, die Sie in Ihrem Leben treffen mussten?

    Stressfragen

    Fangfragen sind sehr beliebt. Manche Stressfragen lockern die Stimmung auf und andere geben mehr Informationen über den Bewerber preis. Es geht hier insbesondere darum, wie der Bewerber reagiert.

    Warum haben Sie sich bei uns beworben?

    Wenn Sie es mit einem seriösen Kandidaten zu tun haben, wird dieser diese Frage in ein paar kurzen und aussagekräftigen Sätzen beantworten. Ein potentieller A-Arbeitnehmer antwortet strukturiert, klar und schnell. Diese Frage gehört zu den wichtigsten Fragen in einem Bewerbungsgespräch. Sie finden somit heraus, welches Ziel Ihr Gegenüber hat, was ihn auszeichnet und ob er einen potentiellen A-Mitarbeiter darstellt.

    Warum sollen wir uns für Sie entscheiden?

    Mit dieser Frage überprüfen Sie das Selbstbewusstsein des Bewerbers. Ihr Bewerber muss Verkaufsargumente liefern, warum Sie sich für ihn entscheiden. Die Art und Weise wie sich Ihr Gegenüber verkauft, wird darüber Aufschluss geben, wie der potentielle Mitarbeiter Ihr Unternehmen verkaufen wird. Die Aussagen des Bewerbers sind kurz und knapp zu halten.

    Frage zu bisherigen Arbeitsverhältnissen

    Mit der Frage „Wer waren Ihre 3 letzten Chefs und welche Noten werden sie Ihnen geben, wenn wir mit ihnen reden?“ bereiten wir Stufe 6 im neunstufigen Einstellungsprozess vor. Mein Tipp: Wenn Sie wirklich A-Kandidaten wollen, dann müssen Sie unbedingt die Referenzen von den bisherigen Arbeitgebern einholen!

    Nachbereitung Vorstellungsgespräch

    Der Bewerber ist nach Hause gegangen und Sie haben das Vorstellungsgespräch abgeschlossen. In vielen Unternehmen wird an dieser Stelle eine Entscheidung getroffen, die sich hinterher als teure Fehlentscheidung herausstellen kann. Wenn Sie unsere Leitfäden verwenden, dann haben Sie alle Unterlagen beisammen und die Nachbereitung ist schnell abgeschlossen. Dies ist auch wichtig, da Sie die Zeit für Stufe 6 (Referenzen einholen) und Stufe 7 benötigen.

    Hilfreiche Materialien zur Umsetzung:

 


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15. April 2017 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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