Vorzeigehotel Schindlerhof: Kleine Firma, großes Kino für die Mitarbeiter


Klaus Kobjoll, mit seinem legendären Schindlerhof, hat mir vor 30 Jahren den Weg zum erfolgreichen Unternehmen gewiesen, und damit ist unser 9-stufiger Einstellungsprozess, mit dem heute über 2.000 Firmen arbeiten, eigentlich seine Kreation.

 

Alles nur Schein
Wenn der Unternehmer Klaus Kobjoll erklären will, wie manche in seiner Branche mit Bewerbern umgehen, dann erzählt er das schon mal ungefähr so:

„Stellen Sie sich vor, Sie sind jung, aus dem Hotelfach und bewerben sich bei einem  Fünf-Sterne-Hotel in einem Schweizer Jet-Set-Ort. Sie können es kaum fassen: Auf schwerem, cremefarbenem Papier kommt tatsächlich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Sie ziehen Ihren besten Anzug oder Ihr schickstes Kostüm an und machen sich auf den Weg. Vorbei an Porsches und S-Klassen geht es durch eine Drehtür in die prunkvolle Hotelhalle. Sie melden sich an der Rezeption, worauf Sie kurze Zeit später der Direktor persönlich abholt. Er begleitet Sie lächelnd zu einer edlen Sitzgarnitur und fragt Sie, welche Kaffeespezialität er Ihnen denn kredenzen darf. Bei Kaffee und feinem Gebäck sagt er Ihnen schließlich, wie sehr er sich freuen würde, Sie in diesem wunderschönen Haus als neuen Mitarbeiter zu begrüßen. Beschwingt unterschreiben Sie ein paar Tage später Ihren Arbeitsvertrag.

 

Am ersten Arbeitstag gehen Sie wieder durch die Drehtür und können es kaum erwarten anzufangen. Da schnauzt Sie einer Ihrer neuen Kollegen an: „Weißt du nicht, wo der Personaleingang ist, du Blödmann!“ Sie gehen rückwärts wieder raus und suchen das Gebäude nach einem weiteren Eingang ab. Hinter dem Haus, bei den Müllcontainern, sehen Sie eine schäbige, verwitterte Tür. Sie gehen hindurch und kommen in einen  Flur, der vor gefühlt 50 Jahren zum letzten Mal gestrichen wurde. Links an der Wand hängt eine Stechuhr. Von rechts schallt Ihnen aus einer offenen Bürotür entgegen: „Sie sind zwei Minuten zu spät!“ Verunsichert gehen Sie in das Büro, wo Ihnen wortlos Ihr Dienstplan überreicht wird. Ihre Stimmung sinkt auf den Nullpunkt. Wo ist der freundliche Direktor? Für Sie jedenfalls vorerst nicht zu sprechen. Wozu gibt es das jährliche Mitarbeitergespräch?“

 

Der „Fehler des Monats“ – darauf ein Glas Schampus!
Der Mitarbeiter-Aktienindex, bei dem jeder sehen kann, ob der „Wert“ eines Kollegen gerade gestiegen ist, setzt eine Menge Offenheit und Vertrauen voraus. Diese Offenheit ist beim Schindlerhof weit mehr als nur ein Spiel. „Wir leben die totale Transparenz“, sagt Nicole Kobjoll. Alle Mitarbeiter sehen jeden Tag  die  Umsätze der einzelnen Bereiche, die Teamkosten und die Warenkosten. „Sie können sich auch die ganze BWA ansehen“, erklärt die Juniorchefin. Die Philosophie dahinter erläutert sie so:  „Ein Mitarbeiter, der keine Information hat, kann auch keine Verantwortung übernehmen. Ein Mitarbeiter dagegen, der  die volle Information hat, kommt nicht umhin, die Verantwortung mitzutragen – und so dabei zu helfen, das Unternehmen weiterzuentwickeln.“

 

Früher gab es beim Schindlerhof dazu schwarze Bretter, seit 2015 bekommen die Mitarbeiter alle Informationen digital. Jeder Mitarbeiter hat dafür ein iPad bekommen und sieht in einer eigens programmierten Mitarbeiter-App alles, was er wissen muss. Das gesamte betriebliche Vorschlagswesen ist jetzt ebenfalls digital und in die App integriert. Ein besonderes Highlight für das Team ist das hauseigene Chat-Programm für die schnelle und unkomplizierte Kommunikation via iPad. Sogar ehemalige Mitarbeiter dürfen die App weiter nutzen, ja es gibt sogar eine Funktion für Ehemalige mit Namen „stay in contact“. Über die – etwas eingeschränkte – Version der App für Ehemalige kann der Schindlerhof bewährte Mitarbeiter zurückholen, wenn im Haus Führungspositionen frei werden.

 

Und was passiert, wenn sich ein Mitarbeiter dabei einmal zu weit aus  dem  Fenster lehnt und kläglich scheitert? Dann wird angestoßen. Mit Schampus.  Kein Scherz! Vielleicht nicht jeden Monat, aber doch alle paar Monate wird beim Schindlerhof der „Fehler des Monats“ gekürt – und dann darauf getrunken. Das Ritual ist Teil einer „Fehlerfreudigkeit, aber nicht Fehlerhäufigkeit“, wie es das Unternehmen definiert. Mitgründerin Renate Kobjoll sagt: „Mir ist es wichtig, dass auch Dinge auf den Tisch kommen, die nicht so gut gelaufen sind.“ Und sie ergänzt: „In einem Unternehmen wie dem unseren, in dem Kreativität ganz, ganz großgeschrieben wird, müssen Fehler passieren können. Weil es einen kreativen Prozess ohne Fehler nicht gibt.“ Allzu schlimme Fehler sind es allerdings nicht,  die hier gemacht werden.  Denn sonst stünden in  der Vitrine ein paar Preise weniger.

 

Was tut das Hotel Schindlerhof, um die besten Mitarbeiter zu finden und  zu binden? 

  1. 13-stufigen Einstellungsfilter
    Auch als kleiner Betrieb abseits der Wirtschaftsmetropolen besteht man beim  Schindlerhof darauf, ausschließlich A-Mitarbeiter einzustellen. Wer nicht zum Unternehmen passt, wird in einem (je nach Verantwortung) 9- bis 13-stufigen Einstellungsfilter rigoros aussortiert.

 

  1. Die Schandflecken
    Statt den Bewerbern erst eine heile Welt vorzugaukeln und sie anschließend zu enttäuschen, konfrontiert man die Kandidaten schon beim ersten Treffen mit den Schattenseiten des Jobs und den „Schandflecken“ des Hauses. Davon darf sich niemand abschrecken lassen.

 

  1. Intensives Probearbeiten
    Die Bewerber werden intensiv auf ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sowie ihre Persönlichkeitsmerkmale hin getestet. Das Unternehmen zeigt sich offen und erwartet Offenheit auch von den Bewerbern. Ohne 2 bis 3 Tage Probearbeit kommt dennoch niemand an Bord.

 

  1. Meilensteine
    Die Probezeit ist keine Formalie, sondern wird voll ausgeschöpft und intensiv genutzt, um klar definierte Meilensteine zu erreichen. Ein Versprechen auf Weiterbeschäftigung am Ende der Probezeit bekommt niemand.

 

  1. Außergewöhnliches Maß an Employer  Branding
    Der Schindlerhof betreibt in einem für ein kleines Unternehmen außergewöhnlichen Maß Employer Branding. Inhaber Klaus Kobjoll ist gefragter Redner und Seminarleiter. Das Unternehmen nimmt an Wettbewerben teil und holt zahlreiche Preise. Die Presse berichtet regelmäßig über den Schindlerhof.

 

  1. Leistung belohnen
    Mitarbeitern wird alles geboten, was sie für anhaltende Spitzenleistungen benötigen. Und das bereits während der Ausbildung. Mit Geschenken, Partys oder Ausflügen wird Wertschätzung ausgedrückt.

 

  1. „Mitarbeiter-Aktienindex“ (MAX)
    Der „Mitarbeiter-Aktienindex“ (MAX) ist ein spielerisches Instrument der Selbsteinschätzung, bei dem die Mitarbeiter ihre Leistung nach festgesetzten Kriterien regelmäßig bewerten.

 

  1. Gehalt wünschen
    Jeder Mitarbeiter nennt sein Wunschgehalt und bekommt dieses gezahlt, sofern es sich innerhalb eines realistischen „Korridors“ bewegt.

 

Die Erfolgsgeschichte von Klaus Kobjoll als Download
Im Buch „Das Geheimnis der Champions“ von Benjamin Kuttler und mir, haben wir die Erfolgsgeschichte von Klaus Kobjoll aufgeschrieben. Diese Geschichte eines außergewöhnlichen Unternehmers stelle ich Ihnen heute als Gratis-Download zur Verfügung:

Download “Die Erfolgsgeschichte des Klaus Kobjoll” Das_Geheimnis_der_Champions-Schindlerhof.pdf – 18-mal heruntergeladen – 291 KB

Klaus Kobjoll live erleben an Deutschlands Personal-Kongress am Mi, 8. November 2017 in Stuttgart

In den letzten Jahren hat man Klaus Kobjoll nur noch selten als Redner erlebt – umso begeisterter bin ich, ihn auch 2017 wieder für Deutschlands Personal-Kongress zugesagt hat. Beim letzten Personal-Kongress 2016 hat Klaus Kobjoll die Bestnote unter den Referenten erreicht.

Klaus Kobjoll ist Gründer des Schindlerhofs, eines der erfolgreichsten Hotels Deutschlands. Es erwartet Sie kein klassischer Vortrag, nein, es geht beim Vollblut-Unternehmer Klaus Kobjoll, um eine Anleitung zum Total-Einsatz.

Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket für Deutschlands Personal-Kongress – alleine für Klaus Kobjoll lohnt sich diese Reise. 🙂


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02. Oktober 2017 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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