Warum anonyme Bewerbungen ein Angriff auf A-Mitarbeiter sind


Jetzt sind A-Mitarbeiter noch schwerer zu erkennen! Anonyme Bewerbungen verzichten auf die Angabe von Name, Alter, Herkunft, Geschlecht, Familienstand und Foto, um so eine Diskriminierung in der Kandidatenauswahl zu vermeiden.

Das Experiment „Anonyme Bewerbung“ ist ein einjähriger Feldversuch im Auftrag der Bundesregierung. Die Firmen Telekom, L’Oreal, Procter & Gamble, Deutsche Post und My Days testen derzeit, wie sie Bewerbungen fairer gestalten können. Ziel ist es, mehr Menschen einen Arbeitsplatz zu verschaffen. Die Meinungen zu anonymen Bewerbungen gehen weit auseinander. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass in Zeiten sozialer Netzwerke das Thema anonyme Bewerbung ohnehin nicht umsetzbar ist.

Meine Meinung: A-Unternehmer suchen A-Mitarbeiter. A-Unternehmer versuchen, die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht etc. Spätestens dann, wenn es zu den ersten persönlichen Kontakten kommt, sind frühere anonyme Bewerbungen gegenstandslos. Damit führen anonyme Bewerbungen letztendlich zu einer Erschwerung von A-Unternehmern bei dem Versuch, A-Mitarbeiter zu finden und einzustellen. Andere Arbeitgeber werden auch durch anonyme Bewerbungen nicht daran gehindert, unter Umständen benachteiligende Einstellungen vorzunehmen. Der Aufwand im Einstellungsprozess ist bislang schon enorm. Durch anonyme Bewerbungen wird er noch weiter erhöht.

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17. November 2011 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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9 Antworten zu “Warum anonyme Bewerbungen ein Angriff auf A-Mitarbeiter sind”

  1. Aus meiner 30-jährigen Erfahrung als „Personaler“ gebe ich der anonymen Bewerbung keine Chance. Im Gegenteil, wer wirklich A-Mitarbeiter ist wird beispielsweise sein Alter gerne ins Bewerberfeld führen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans-Ulrich (Uli) Stüwe

  2. Wie bitte sollen A-Mitarbeiter an Angaben wie Name, Alter, Herkunft, Geschlecht, Familienstand und Foto erkannt werden – also den durch Anonymisierung entfernten Daten?

    Und was soll ein Unternehmen tun, dessen Personalwirtschaft mehrheitlich aus „C’s“ besteht (dürfte in sehr vielen Firmen der Fall sein…)?

  3. Auch ich gebe anonymen Bewerbern keine Chance. Sind nicht die Augen der Spiegel der Seele und nennt man nicht die Falten auch Furchen des Lebens? Ich benötige grundsätzlich nur A+ Mitarbeiter. Wobei sich das A+ sicher nicht nur auf Äußerlichkeiten bezieht. Wichtig sind Alter, Sozialisation, Erlebnishintergrund und natürlich Erfahrung und Ausbildung – zumal sich das Alter aus dem Lebenslauf ergibt. Herkunft macht Zukunft. Und spätestens bei der Vorstellung ist es eh vorbei mit der Anonymität.

    Wer es anders braucht, soll den Club der anonymen Mitarbeiter gründen 😉

  4. Als Berater und Coach, der beide Seiten kennt, lehne ich anonyme Bewerbungen ab.

    D.h. ich empfehle Kunden keine Zeit mit diesen Bewerbungen zu vergeuden. Erfahrung spiegelt sich auch im Alter und Geschlecht, dem Familienstand und der Herkunft wieder. Oft sind es gerade die ungewöhnlichen Konstellationen, welche den Experten ausmachen oder den besten Kandidaten auf einem Gebiet. So kann auch die 45 Jährige Mutter mit 4 Kindern spannende Potentiale mitbringen.

    Bei Personalcoachings ermutige ich meine Teilnehmer mehr Persönlichkeit zu zeigen und auch nicht linieare Lebenswege anzubieten. Ich zeige Ihnen wie sie die Unternehmen finden, denen sie einen wirklichen Mehrwert mit ihren Biographien bieten können und wie sie den Personalern das Leben erleichtern. Leider wird in den meisten Bewerbungsratgebern immer noch die aalglatte, standardisierte Bewerbung angepriesen. Ich bin der Ansicht, dass die Bewerbung Inhaltlich und Optisch die Persönlichkeit des Bewerbers spiegeln soll. Eine etablierte Grundstruktur natürlich voraus gesetzt.

  5. Bei mir ist es mit der anonymen Bewerbung so wie mit meiner Telefonzentrale: unbekannte Anrufer (anonyme Bewerber) werden gar nicht erst drangenommen!

  6. Auch wenn die Ablehung bzw. mindestens die massive Skepsis bzgl. der Sinnhafigkeit anonymer Bewerbungen schon deutlich erkennbar ist (die satirische Anregung „Club der anonymen Mitarbeiter“ ist interessant), möchte ich noch einen Aspekt beifügen:
    Im Vorstellungsgespräch steht man vor der Haerausforderung, sich binnen weniger Stunden die Informationen / Eindrücke zu beschaffen, die man braucht, um über eine Großinvestition (Einstellung einer bestimmten Person) zu entscheiden. Die Qualität dieses Kennenlern-Prozesses sollte man nach Kräften optimieren (und nicht minimieren), zumindest wenn man das Risiko einer ungünstigen Entscheidung (mit der keinem gedient ist!) nicht unnötig vergrößern will.
    Ich hätte deutlich die Sorge, dass das Beschränken von Informationen den C-Kandidaten nicht nützt, zumindest den B-Kandidaten aber deutlichsignifikant schadet.

  7. Jedem Unternehmer ist doch klar, dass es bei dem Bewerber Portrait nicht darum geht, „Germanys Next Top Model“ auszusuchen. Wenn die Befürworter es ernst meinen, dann müssen Sie auch das Vorstellungsgespräch so führen, dass der Bewerber dort ebenfalls unerkannt bleibt. Denn Körpersprache, Gestalt, Frisur und Bekleidung könnten ja zu diskriminierenden Rückschlüssen führen. Dafür empfehle ich das Vorstellungsgespräch so wie die Sendung „Herzblatt“ zu gestalten oder einfach die Burka Pflicht bei Vorstellungsgesprächen einzuführen.
    In unserer Bewerbermanagement Software werden im Bewerberpool immer auch die Bewerberfotos eingeblendet, denn es geht hier um Menschen und nicht um Maschinen, die man alleine anhand von technischen Daten beurteilen kann. Wenn ich ein Gesicht zu einer Qualifikation und einem Werdegang habe, dann ist das eine runde Sache!

  8. anonyme bewerbungen stellen aus meiner sicht einen weiteren schritt dar, die selbstverantwortung von mitarbeiterInnen und unternehmen zu untergraben.
    unternehmen die sich bei bewerbungen vom alter, geschlecht oder herkunft beeinflussen lassen, anstatt von der qualität des bewerbers/der bewerberin erweisen sich selbst einen bärensdienst.dies aber mit „behördlichen“, „gewerkschaftlichen“ massnahmen auszuhebeln ist völlig überflüssig.

    freundliche grüsse aus der schweiz

    martin ackermann

  9. Warum diese Behauptung Unsinn ist

    Wenn ein ‚A-Unternehmen‘ oder ein Personaler nicht anhand einer anonymen Bewerbung in der Lage ist, ‚A-Mitarbeiter‘ für Bewerbungsgespräche auszuwählen, dann handelt es sich bestimmt nicht um ein ‚A-Unternehmen‘ und der Personaler hat den falschen Beruf gewählt. 😉

    Entschuldigen Sie, aber nach dieser Behauptung zweifle ich nun doch an Ihren Fähigkeiten …

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