Das Arbeitszeugnis – Oft ein Buch mit sieben Siegeln


Ich wette, auch Sie haben sich schon auf das Arbeitszeugnis eines neuen Mitarbeiters verlassen und gedacht, Sie holen sich einen A-Mitarbeiter ins Haus. Doch schnell wurde Ihnen bewusst, dass das, was auf dem Arbeitszeugnis stand, wahrer „Etikettenschwindel“ war. Wie kann das passieren?

 

Ein Arbeitszeugnis darf keine negativen Beurteilungen enthalten
So schreibt es der Gesetzgeber vor. Die Lösung: Man verwendet positiv klingende Floskeln, um Negatives auszudrücken und der Gesetzgeber ist zufrieden. Diese Floskeln zu verstehen gehört deshalb zu den wichtigsten Punkten bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters.

 

Du sollst kein falsch‘ Zeugnis reden …
Schon die Bibel lehrt uns diesen Grundsatz. Jemanden schlecht zu machen und ihm Schaden zuzufügen, ist sicher unrecht. Wie aber stellt es sich aus der Sicht dessen dar, der das Zeugnis eines Bewerbers liest? Kann er den Aussagen des Arbeitszeugnisses glauben und vertrauen?

 

Arbeitszeugnisse lesen zu können, ist wie das Beherrschen einer Fremdsprache
So wie man Englisch lernen muss, wenn man verstehen will, was der Engländer oder Amerikaner einem  sagen will, so muss auch die Zeugnissprache erlernt werden. Wird der zu Beurteilende als „kommunikativ“ bezeichnet, heißt das, dass er lieber herumsteht und sich unterhält, als seine Arbeit zu tun und wenn jemand „stets bemüht war, die ihm aufgetragenen Arbeiten auszuführen“, ist das eine glatte „Sechs“. Schön umschrieben eben. Hier ein kleiner Einblick, wie die Note 5 in einem Arbeitszeugnis umschrieben werden kann:

Wer seinen Aufgaben „im Wesentlichen“ gewachsen war, sich „ohne Schwierigkeiten“, „Unsicherheiten“ oder „mit Unterstützung des Vorgesetzten“ zurechtfand, dem wird durch diese Formulierungen die Note mangelhaft zugeteilt.

Weitere Umschreibungen für diese Note sind:

  • „war in der Regel erfolgreich“
  • „entsprach im Allgemeinen den Anforderungen“
  • „hat die Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt“
  • „das persönliche Verhalten war insgesamt einwandfrei“
  • „zeigte, nach Anleitung, Fleiß und Ehrgeiz“
  • „bemühte sich, im Allgemeinen den Anforderungen zu entsprechen“

 

Die bessere Wahl: Holen Sie Referenzen ein!
Verlassen Sie sich nicht allzu sehr auf die Aussagen im Arbeitszeugnis, wenn Sie einen neuen Mitarbeiter einstellen wollen! Lernen Sie die dabei verwendete „Fremdsprache“, aber betrachten Sie es nur als einen Teil des Prozesses, um zu einer Entscheidung zu kommen!

Wir haben eine Reihe von Tipps zusammengestellt, die sowohl beim Schreiben eines Arbeitszeugnisses nützlich sind, als auch beim Lesen. Gerne können Sie hier auf diese Tipps zurückgreifen.

Arbeitszeugnis Formulierungen

Besser – und absolut legitim! – ist es, einfach auch zum Telefonhörer zu greifen und Referenzen einzuholen. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Der aktuelle Arbeitgeber, der also, dessen Betrieb der Bewerber verlassen will, oder der ihm vielleicht sogar gekündigt hat, ist sicher in den wenigsten Fällen objektiv, doch der Lebenslauf zeigt in der Regel mehr Firmen auf, und vielleicht besteht zum einen oder anderen Unternehmer auch eine persönliche Beziehung, die man durchaus nutzen sollte. Wichtigste Frage bei diesem Gespräch: „Würden Sie den Bewerber wieder einstellen?“

Die Antwort auf diese Frage wird Ihnen mehr Aufschluss geben als das komplette  Arbeitszeugnis.


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08. Dezember 2016 - Verfasst von Jörg Knoblauch

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